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Germanen
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Als Germanen wird eine Gruppe ehemaliger StĂ€mme in Mitteleuropa und im sĂŒdlichen Skandinavien bezeichnet, deren IdentitĂ€t in der Forschung traditionell ĂŒber die Sprache bestimmt wird. Kennzeichen der germanischen Sprachen sind unter anderem bestimmte Lautwandel gegenĂŒber der rekonstruierten indogermanischen Ursprache, die als germanische oder erste Lautverschiebung zusammengefasst werden. Das von den Germanen bewohnte Siedlungsgebiet wurde von den Römern als Germania magna bezeichnet.

Ab der Zeitenwende prĂ€gte der Kontakt mit den Römern die germanische Welt, wie auch die Entwicklung des Römischen Reiches sich zunehmend mit der germanischen Welt verband. In der SpĂ€tantike kam es im Verlauf der „Völkerwanderung“ zu weitreichenden ZĂŒgen mehrerer germanischer StĂ€mme (gentes), die teilweise grĂ¶ĂŸere VerbĂ€nde bildeten (siehe Ethnogenese), und schließlich zu deren Einfall in das Römische Reich. Ihr Ziel war vor allem Teilhabe am Wohlstand des Imperiums, dessen Strukturen und Kultur sie keineswegs zerstören wollten. Einige dieser Gruppen grĂŒndeten Reiche nach antikem römischen Vorbild auf dem Boden des Westreiches, das um das Jahr 476 unterging. Elemente der germanischen Religion und des religiösen Brauchtums wurden unter anderem durch Akkommodation in das angenommene Christentum ĂŒbertragen. In der neueren Forschung wird dabei die Sammelbezeichnung Germanen zunehmend kritisch gesehen, da die so bezeichneten Gruppen sich niemals als Einheit verstanden hĂ€tten, sondern es sich um eine reine Fremdbezeichnung handle, die Unterschiede verwische.cite-ref-1[1]

Dieser Artikel beschreibt die allgemeine Geschichte der germanischen Völker, beginnend vor der Zeitenwende, bis in die SpĂ€tantike bzw. das beginnende FrĂŒhmittelalter. In der Forschung wird auch die Geschichte Skandinaviens bis ins Mittelalter im germanischen Kontext gesehen. Die Geschichte einzelner StĂ€mme, die germanische Mythologie und die germanischen Stammesrechte sind Thema weiterer Artikel.

Contents

‱ Begriff
‱ Sprache
‱ Schrift
‱ Siedlung
‱ Gesellschaft
‱ Wirtschaft
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Begriff

Herkunft und Bedeutungsentwicklung in der Antike

Die Herkunft des Begriffs GermanoĂ­ (griechisch Î“Î”ÏÎŒÎ±ÎœÎżÎŻ), lateinisch Germani ist bis heute nicht zufriedenstellend geklĂ€rt. Unklar bleibt ebenso die sprachlich-etymologische Herkunft wie das genaue Alter des Begriffes. In der Forschungsgeschichte wurden sprachliche Wurzeln aus dem Lateinischen, Keltischen und Germanischen diskutiert. Die gelegentlich hergestellte Verbindung mit germanisch *gaizaz, ‚Ger, Wurfspeer‘ gilt heute als widerlegt. Als unwahrscheinlich gilt aus phonetischen GrĂŒnden auch die Ableitung von lat. germānus ‚leiblich, echt, wahr‘, die schon Strabon vorschlug.cite-ref-strabon-7-1-2-2-0[2] Am wahrscheinlichsten wird damit eine keltische Etymologie. Erwogen werden die Wurzeln von altirisch gair ‚Nachbar‘ oder gairm ‚Schrei‘, woraus die Benennungsmotive „die Nachbarn“ bzw. „die Schreienden“ resultieren.cite-ref-3[3]

Der Germanenname bildete in der Antike einen völkerkundlichen Oberbegriff fĂŒr eine Großgruppe zwischen Kelten und Skythen. Es handelte sich also in der Hauptsache um eine Fremdbenennung bestimmter Völker und nur zum geringeren Teil und wohl erst sekundĂ€r um eine Selbstbezeichnung der germanischen Völker. Die rechts des Rheins siedelnden Völker blieben vor Caesars gallischen FeldzĂŒgen (58–52 v. Chr.) weitgehend außerhalb des Horizonts der antiken Beobachter und wurden, als man von ihnen erfuhr, zunĂ€chst fĂŒr Kelten gehalten oder zumindest nicht ausdrĂŒcklich von diesen unterschieden. Älteste historische Berichte ĂŒber germanische Kulturen stammen von Begegnungen mit den Griechen und dem Römischen Reich; eigene Schriftzeugnisse wie zum Beispiel Runeninschriften finden sich dagegen erst nach der Zeitenwende. Die Berichte der antiken Autoren zu den Germanen basieren dabei hĂ€ufig nicht auf eigener Beobachtung, sondern auf Hörensagen. Der griechische Reisende Pytheas aus Massalia berichtete bereits um 330 v. Chr. ĂŒber die LĂ€nder um die Nordsee und die dort lebenden Völker. Die ostgermanischen Bastarnen drangen ab etwa 200 v. Chr. nach SĂŒdosten in das heutige OstrumĂ€nien vor und wurden ab 179 v. Chr. in KĂ€mpfe der Makedonen und anderer Völker auf der Balkanhalbinsel verwickelt. Um das Jahr 120 v. Chr. zogen die Kimbern, Teutonen und Ambronen sĂŒdwĂ€rts und brachten den Römern einige ernsthafte Niederlagen bei (Kimbernkriege).

Als Ă€ltester Beleg fĂŒr den Volksnamen werden manchmal die Fasti Capitolini zum Jahre 222 v. Chr. angefĂŒhrt.cite-ref-4[4] Dort ist von einem Sieg des Marcus Claudius Marcellus „de Galleis et Germaneis“ (â€žĂŒber Gallier und Germanen“) bei Clastidium die Rede. Allerdings kann es sich bei dieser ErwĂ€hnung des Germanennamens auch um eine nachtrĂ€gliche Umschreibung im Rahmen der augusteischen Fastenredaktion handeln.cite-ref-5[5] Die erste zweifelsfreie Verwendung des Germanennamens findet sich um 80 v. Chr. bei Poseidonios.cite-ref-6[6] Der Begriff bezog sich zunĂ€chst nur auf eine kleine Stammesgruppe im belgisch-niederrheinischen Bereich, deren Gebiet ursprĂŒnglich auf rechtsrheinischer Seite lag. Poseidonios schildert, dass diese „Germanen“ als Hauptmahlzeit Glieder gebratenen Fleischs zu sich nĂ€hmen und dazu Milch sowie unvermischten Wein trĂ€nken, und entsprach damit in gewisser Weise dem Barbarentopos seiner Zeit.

Gaius Iulius Caesar berichtet in seinem De bello Gallico fĂŒr das Jahr 55 v. Chr. von den links des Rheins siedelnden BelgerstĂ€mmen der Remi, Condrusi, Eburones, Caerosi, Paemani und Sequani, dass sie sich Germanen nannten, und bezeichnet diese StĂ€mme (immer den Angaben der mit ihm verbĂŒndeten Remer folgend) als Germani cisrhenani, nicht aber die (heute ebenfalls als germanisch geltenden) Atuatuci – die er fĂŒr Abkömmlinge der Kimbern hielt – und nur mit EinschrĂ€nkungen die Ambivarites.cite-ref-7[7] Die Bezeichnung cisrhenani („linksrheinisch“) legt nahe, dass man die so benannten StĂ€mme schon damals von den rechtsrheinischen Germani unterschied.

Im Laufe von Caesars Kriegsbericht wird der Germanenbegriff inhaltlich weiter aufgefĂŒllt bis hin zu seiner umfassenden ErlĂ€uterung im Germanenexkurs des sechsten Buchs (53 v. Chr.). Hier verwendet Caesar auch explizit einen erweiterten Germanenbegriff, indem er den Rhein zur Kulturscheide zwischen Galliern am Westufer und Germanen östlich des Stromes erklĂ€rt und alles Land östlich davon als Germanien bezeichnet.cite-ref-8[8] Der Althistoriker Mischa Meier kommt deshalb zu dem Befund: „Caesar hat die Germanen erfunden“. Ethnisch-kulturelle Kriterien, nach denen Personengruppen objektiv als germanisch oder nicht-germanisch identifiziert werden könnten, gebe es nicht.cite-ref-9[9]

Was Caesar dazu bewog, alle östlich des Rheins lebenden Völkerschaften mit Germanen zu identifizieren, ist in der historischen Forschung umstritten. Eine ErklĂ€rung könnte sich aus der Absicht des Feldherrn ergeben, den Rhein als Völkergrenze anzunehmen, derart eine tiefe Kluft zwischen Galliern und Germanen postulierend, und so sein militĂ€risches Werk als „Eroberung Galliens“ darzustellen.cite-ref-10[10]

In diesem Fall wĂ€re die geographische Unterscheidung von Kelten und Germanen auch politisch motiviert gewesen, konnte sie doch dabei helfen, den Herrschaftsanspruch Roms auf alle linksrheinischen Gebiete zu festigen. Hatte Caesar schon zuvor unterschiedliche Gruppen, die sich selbst als Aquitaner, Kelten und Belger verstanden, vereinheitlichend Gallier genannt, so ĂŒbertrug er nun den Germanenbegriff auf verschiedene Völkergruppen rechts des Rheins.cite-ref-11[11] Eine eindeutige Kulturscheide stellte der Rhein jedoch damals nicht dar, da sowohl östlich davon keltische als auch westlich davon germanische Gruppierungen siedelten, wie schon aus Caesars Bericht hervorgeht. Aus archĂ€ologischer Sicht lĂ€sst sich lediglich das Gebiet der keltischen oppida in nördlicher und östlicher Richtung abgrenzen. Die Definition Caesars wirkte sich fortan auch in ethnographischer Hinsicht differenzierend aus.

Vor Caesar hatte man angenommen, dass nördlich der Alpen im Westen die Kelten und im Osten – durch den Fluss TanaĂŻs (heute Don) von jenen getrennt – die Skythen leben. Cicero kannte den Germanenbegriff Caesars im Jahre 56 v. Chr. noch nicht.cite-ref-12[12] Aber schon fĂŒr Pomponius Mela (um 44 v. Chr.) waren die sĂŒdliche Grenze des Germanengebietes die Alpen, die westliche Grenze der Rhein, die östliche die Weichsel und das Gebiet der Sarmaten, die nördliche die MeereskĂŒste.cite-ref-13[13] Auch Plinius der Ältere nennt in seiner Naturalis historia (um 77 n. Chr.) Germanen in den Alpen.cite-ref-14[14] Noch Strabon beschrieb die Germanen in seiner Geographie (zwischen 20 v. Chr. und 23 n. Chr. verfasst) als ein den Galliern Ă€hnliches Volk.cite-ref-strabon-7-1-2-2-1[2] Auch der Zug der Kimbern, Teutonen und Ambronen wurde erst spĂ€t als Auftakt zur römisch-germanischen Konfrontation aufgefasst. Zur Zeit ihres Auftretens wurden die Kimbern noch nicht als Germanen identifiziert. Erst Plutarch prĂ€gte um 100 n. Chr. die Bezeichnung „Germanen“ auch fĂŒr den nordseegermanischen Stamm, der zuvor ĂŒberwiegend fĂŒr keltisch gehalten worden war.cite-ref-15[15] Der römische Historiker Tacitus teilt in seiner ethnographischen Schrift Germania (frĂŒhestens 98 n. Chr.) zu den von ihm verwendeten Begriffen Germani und Germania mit:

„Die Bezeichnung Germanien sei ĂŒbrigens neu und erst vor einiger Zeit aufgekommen. Denn die ersten, die den Rhein ĂŒberschritten und die Gallier vertrieben hĂ€tten, die jetzigen Tungrer, seien damals Germanen genannt worden. So habe der Name eines Stammes – nicht eines ganzen Volkes – allmĂ€hlich weite Geltung erlangt: zuerst wurden alle [rechtsrheinischen Völker] nach dem Sieger, aus Furcht vor ihm, als Germanen bezeichnet, bald aber nannten auch sie selbst sich so, nachdem der Name einmal aufgekommen war.“cite-ref-16[16]

Diese Nachrichten des Tacitus stimmen mit den von Caesar ĂŒberlieferten Angaben der belgischen Remer aus der Zeit des Gallischen Krieges ĂŒberein.cite-ref-17[17] Demnach wurden die rechtsrheinischen StĂ€mme zuerst von den benachbarten Galliern in einem umfassenderen Sinn als „Germanen“ bezeichnet. Diese Ausweitung des Germanennamens wird heute meist darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die Gallier die östlichen Invasoren als fremd oder andersartig empfanden und sich von ihnen abzugrenzen suchten. Die Römer hĂ€tten den Germanennamen dann von den Galliern ĂŒbernommen.cite-ref-18[18]

Eine germanische IdentitÀt in der Antike?

Von Tacitus stammt die Überlieferung einer mythischen Genealogie, nach der sich die Germanen auf Tuisto, seinen Sohn Mannus und dessen drei Söhne zurĂŒckfĂŒhrten, die den Stammesgruppen der Ingaevonen, Hermionen und Istaevonen ihren Namen gegeben hĂ€tten. Eine Variante habe noch die Marsi, Gambrivii, Suebi und Vandilii hinzugefĂŒgt.cite-ref-19[19] Die Selbstzuordnung von StĂ€mmen zu einer gemeinsamen Volksgruppe, wie sie sich in dieser mythischen Genealogie zeigte, lĂ€sst auf ein irgendwie geartetes GefĂŒhl der Zusammengehörigkeit schließen.

In historischer Zeit kam es zu verschiedenen Ethnogenesen im germanischen Bereich. Diese Tendenz zur Vereinheitlichung ging von verschiedenen Zentren aus und war hĂ€ufig eher von außen als von innen her stimuliert. Dabei spielte auch die Infiltration geographischer Randgruppen an der Elbe und in JĂŒtland sowie in SĂŒdskandinavien eine Rolle. Nach Reinhard Wenskus beförderten vor allem die Sueben eine Ethnogenese der Germanen im mitteleuropĂ€ischen Bereich.cite-ref-20[20] Auch nach außen wirkte die Dominanz der Sueben, deren Tradition und Erscheinung bestimmend fĂŒr die ethnographische Wahrnehmung und Beschreibung zahlreicher germanischer StĂ€mme in der antiken Welt wurden. Dass sich letztlich nicht der Suebenname, sondern der Ă€ltere der Germanen durchsetzte, ist nach Wenskus auf die Konfrontation der Sueben mit den Römern zurĂŒckzufĂŒhren, die die politische Kraft des Suebentums gebrochen habe. Seit dem Ende des 5. Jahrhunderts ging die Außenwirkung des Suebennamens teilweise auf die Goten ĂŒber, so dass der Ausdruck „gotische StĂ€mme“ fĂŒr zahlreiche, meist ostgermanische Völker gebrĂ€uchlich wurde.cite-ref-21[21] FĂŒr die Germania magna blieb es aber auch in dieser Zeit beim Germanenbegriff, neben dem die wandernden ostgermanischen GroßstĂ€mme unter einer eigenen IdentitĂ€t – als Goten, Vandalen usw. – auftraten.

In jĂŒngster Zeit wird in der Forschung verstĂ€rkt die InstabilitĂ€t ethnischer IdentitĂ€ten gerade in der Antike betont und dabei auch das vermeintlich dem nationalstaatlichen Denken des 18. und 19. Jahrhunderts entstammende Konzept der Germanen in Frage gestellt. „Germane“ sei (wie „Barbar“) nur eine Fremdbezeichnung, die mehr ĂŒber Griechen und Römer aussage als ĂŒber die mit den Begriffen bezeichneten Gruppen und Individuen. Vereinzelt wird sogar gefordert, Germane und germanisch im wissenschaftlichen Kontext ĂŒberhaupt nicht mehr zu verwenden.cite-ref-22[22]

Moderner Germanenbegriff

Der moderne Germanenbegriff baut auf der Begriffsbildung der antiken Schriftsteller auf, die spĂ€testens im Zeitalter des Humanismus erneut aufgegriffen wurde. Obwohl bereits Tacitus Teile Skandinaviens zu Germanien zĂ€hlte, ist die allgemeine Ausweitung des Germanenbegriffs auf Skandinavien eine spĂ€tere Entwicklung, die vor allem auf sprachlichen und ethnographischen Beobachtungen gefußt haben dĂŒrfte. Der schwedische Reformator und Historiker Olaus Petri unterstellte im 16. Jahrhundert Schweden und Deutschen eine gemeinsame Herkunft. Im spĂ€ten 18. Jahrhundert war die Idee einer historischen, ethnischen und sprachlichen Zusammengehörigkeit der nordischen LĂ€nder mit Deutschland unter den Gelehrten allgemeine Überzeugung geworden. Gottfried Wilhelm Leibniz schrieb in seinen Unvorgreifflichen Gedancken, betreffend die AusĂŒbung und Verbesserung der Teutschen Sprache (postum 1717, Neudruck 1995, S. 22), dass alles, was die Schweden, Norweger und IslĂ€nder von ihren Goten rĂŒhmen, auch unser sei; diese Völker mĂŒssten fĂŒr nichts anderes als Norddeutsche gehalten werden. Auch Johann Gottfried Herder teilte 1765 diese Auffassung in einer Rezension zu der EinfĂŒhrung in die Geschichte DĂ€nemarks des Historikers Paul Henri Mallet.

Zur gleichen Zeit wurde der humanistische Germanenbegriff mit dem romantischen Volksbegriff zusammengebracht und fĂŒhrte ĂŒber die „Volksgeistlehre“ zur Vorstellung einer KontinuitĂ€t zwischen antiken Germanen und neuzeitlichen Deutschen.cite-ref-23[23] Der Fortschritt der Sprachwissenschaft im frĂŒhen 19. Jahrhundert erlaubte es, diesen Volksbegriff mit der nun als „germanisch“ titulierten Sprachfamilie zu verknĂŒpfen. Auch der modern-archĂ€ologische Germanenbegriff ging von diesem sprachwissenschaftlichen Germanenbegriff aus: Weil sich der „Volksgeist“ auch in seinen materiellen Schöpfungen ausdrĂŒcke, wurden archĂ€ologische Fundtypen dann bestimmten Kulturgruppen zugeordnet, wenn eine durchgehende Besiedlung nachgewiesen werden konnte und diese mit den antiken Quellen vereinbar war, wie insbesondere Gustaf Kossinna festhielt.cite-ref-24[24] Im spĂ€ten 19. Jahrhundert erlebte die Germanenforschung dank dem BedĂŒrfnis nach einer nationalkulturellen IdentitĂ€tsbestimmung einen weiteren Aufschwung, fĂŒhrte so zu wichtigen Erkenntnissen, aber auch zu einem verstĂ€rkten Rekurs auf die angenommene GeschichtskontinuitĂ€t von den Germanen bis zum deutschen Kaiserreich des 19. Jahrhunderts, die schließlich in den Germanenmythos völkischer Bewegungen und dann des Nationalsozialismus mĂŒnden konnte.cite-ref-25[25] Zahlreiche Aussagen und Begriffsbildungen dieser Ă€lteren Germanenforschung sind daher inzwischen fragwĂŒrdig geworden.cite-ref-26[26]

In jĂŒngerer Zeit löste sich der einheitliche Germanenbegriff teils in verschiedene Germanenbegriffe auf. DafĂŒr gab es mehrere Ursachen: Zum einen war die Identifikation von archĂ€ologischen Fundtypen mit einheitlichen Volksgruppen nicht mehr aufrechtzuerhalten. Auch der durchaus berechtigte Sprachstammbaum begrĂŒndet noch keine wesensmĂ€ĂŸige Einheit „germanischer Völker“. Die den unterschiedlichen Fachrichtungen (historische Forschung, Linguistik, ArchĂ€ologie) eigentĂŒmlichen Germanenbegriffe sind daher heute nicht mehr unbedingt deckungsgleich, auch wenn eine engere Zusammenarbeit beispielsweise zwischen ArchĂ€ologie und Linguistik, besonders im Zeichen der Topo- und Hydronymie, durchaus als Desiderat angesehen wird.cite-ref-27[27] So sind die Skandinavier nur im Bereich der germanischen Philologie Germanen, nicht aber in der historischen Forschung zum Römischen Reich. Andererseits handelt es sich beim einzigen Volk, das sich nach antiker Überlieferung selbst als Germanen bezeichnete, nĂ€mlich den caesarischen Germani cisrhenani, vielleicht gerade nicht um Germanen, sondern um keltisch assimilierte Belger.cite-ref-28[28] Wenn auch die Vertreter der prĂ€historischen Jastorfkultur als Germanen benannt werden, dann wird der ethnographische Germanenbegriff auf ZeitrĂ€ume ĂŒbertragen, in denen es ihn – in antiker ebenso wie in moderner AusprĂ€gung – noch nicht gab.

Sprache

→

Hauptartikel

:

Urgermanische Sprache

und

Germanische Sprachen

Die germanischen Sprachen zÀhlen zur Westgruppe der indogermanischen Sprachen.cite-ref-29[29] Die germanische Sprache in ihrer Urform bildete sich durch die erste oder germanische Lautverschiebung (siehe Grimmsches Gesetz und Vernersches Gesetz) aus dem westlichen Indogermanisch heraus.

Ausgliederungsreihenfolge und „VerwandtschaftsverhĂ€ltnisse“ (nicht nur) der westindogermanischen Sprachgruppen Balto-Slawisch, Germanisch, Keltisch und Italisch bleiben umstritten. Zu jeder engeren Zweierbeziehung gibt es BefĂŒrworter und Gegner. Keltische Entlehnungen in der Lexik des Germanischen beruhen auf dem kulturellen Kontakt der Eisenzeit um und vor 500 v. Chr. Insbesondere betreffen diese das Wortmaterial aus den Bereichen Herrschaft, Handel und Produktion von Waren. Mit der Ausbreitung des Römischen Reiches begann danach eine nachhaltige Wirkung der lateinischen Sprache auf die germanischen.

Die Ă€lteste umfassend schriftlich belegte germanische Einzelsprache ist das Gotische. Die teilweise zeitlich frĂŒher festsetzbaren sprachlichen Zeugnisse aus den sehr kurzen und teilweise schwer deutbaren Runeninschriften oder zeitlich zuvor aus Personennamen, Ortsnamen sowie anderen Begrifflichkeiten in antiken Quellen festgehalten, bestehen im Gegensatz zum Gotischen aus einzelnen nicht in Zusammenhang stehenden Nennungen.

Schrift

→

Hauptartikel

:

Runen

Eigenschriftliche germanische Zeugnisse setzen um 200 n. Chr. mit den Ă€ltesten urnordischen Runeninschriften ein. Die Bedeutung ĂŒberlieferter Inschriften umfasst Namensnennungen und Besitzangaben, Herstellerinschriften, magische Inschriften, kultische Handlungen sowie das Totengedenken.cite-ref-30[30] Die bekanntesten SchrifttrĂ€ger sind die monumentalen skandinavischen Runensteine. Die namentlichen Bezeichnungen der einzelnen Runen sind durch Runengedichte ĂŒberliefert.

Die wesentliche frĂŒhzeitliche Übermittlung von beispielsweise historischen Informationen, seien es Dinge der Abstammung oder andere, erfolgte mĂŒndlich, und in diesem Bezug durch das Preislied. Aus diesem hat sich die spĂ€tere Tradition der Heldensage entwickelt, als sich ein an das Lateinische angelehntes Schriftsystem fĂŒr die Ermöglichung einer nennenswerten Literatur herausformte (Altnordische Schrift).cite-ref-31[31] Bei den von Tacitus in Kapitel 10 der Germania beschriebenen „Zeichen“, im Zusammenhang der Losorakel, handelte es sich vermutlich eher um sonstig verwendete Symbole als um Runen im Sinne von Schriftzeichen. Gleichwohl sind einige von ihnen in die Runenalphabete integriert worden.cite-ref-32[32]

Die erste eigentliche Form einer entwickelten germanischen Schriftsprache sind die gotischen Schriften. Die Goten nutzten, ursprĂŒnglich wie andere StĂ€mme und Völker, die gemeinsame Runenschrift und ritzten diese ebenso in GegenstĂ€nde aus Holz und anderen Materialien (Ring von Pietroassa). Der gotische Bischof Wulfila entwickelte fĂŒr die christliche Mission der Goten ein Alphabet, das sich aus griechischen, lateinischen und runischen Schriftzeichen zusammensetzt. Er nahm zeitlich gesehen die Entwicklung des nordischen Schriftsystems vorweg, aus denselben bedingten UmstĂ€nden. Die Runenschrift als Monumentalschrift ist unzulĂ€nglich fĂŒr eine Schriftsprache, die literarisch umfassende Textinhalte nachhaltig und sinnschlĂŒssig fĂŒr eine lokale wie ĂŒberregionale Gruppe von Rezipienten lesbar und begreifbar macht. Seine volkssprachige Übersetzung des Neuen Testamentes bildet, neben anderen gotischen Quellen, die Grundlage der vergleichenden Forschung zur germanischen Schriftlichkeit und Sprachlichkeit, durch den dargestellten umfangreichen gotischen Wortschatz. Die einzelnen Namen der gotischen Buchstaben sind durch die sogenannte Salzburg-Wiener Handschrift ĂŒberliefert.cite-ref-33[33]

Siehe auch

:

Samnordisk runtextdatabas

Lebensweise der Germanen

Historische Beschreibungen ĂŒber das soziale, wirtschaftliche und politische Leben der Germanen speisen sich meist aus den Texten Caesars und der Germania des Tacituscite-ref-34[34], die jedoch in die Zeit und in den Kontext der Absichten der Verfasser zu stellen sind.cite-ref-35[35] Aber einige ZĂŒge haben in der Wissenschaft eine allgemeine Anerkennung gefunden. Wesentliche Erkenntnisse bieten heute die Ergebnisse der ArchĂ€ologie.

Siedlung

Die Germanen wohnten in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleinen Siedlungen. Aus der GrĂ¶ĂŸe der BestattungsplĂ€tze (BrandgrĂ€ber) der Germanen schließen ArchĂ€ologen, dass die GrĂ¶ĂŸe von Siedlungen bei etwa zweihundert Menschen lag. Daneben gab es die aufwendigen PrunkgrĂ€ber von LĂŒbsow mit Körperbestattungen. Die Siedlungen entwickelten sich selten planmĂ€ĂŸig. Ein Erbe daraus sind bis heute die so genannten Haufendörfer in Deutschland und anderen LĂ€ndern des germanischen Kulturkreises. HĂ€ufig wurden die Dörfer von einer Art Zaun, selten durch eine richtige Palisade umgeben. Nur in den Grenzregionen zum Römischen Reich wurden mit Beginn der Feindseligkeiten und gegenseitigen Übergriffe die Dörfer mit WĂ€llen oder Palisaden geschĂŒtzt und bewacht.

Aus Ausgrabungen ist bekannt, dass die Germanen in HolzhĂ€usern in Skelettbauweise wohnten. Da im Gegensatz zu SteinhĂ€usern das Holz mit der Zeit verrottet, geben lediglich die archĂ€ologisch nachweisbaren Pfostenlöcher eine grobe Indikation ĂŒber den Aufbau der HĂ€user. Die verbreitetste Art war das zwei- oder dreischiffige Langhaus, sechs bis acht Meter breit und oft mehr als doppelt so lang. Unter seinem Dach beherbergte es sowohl die Familie als auch alle Halbfreien und Sklaven sowie die Tiere, die lediglich durch eine Wand getrennt waren. Dies hatte vor allem den Vorteil, dass die Tiere dazu beitrugen, das Haus in den kalten Wintermonaten mitzuheizen. Der Wohnraum besaß keine weiteren TrennwĂ€nde, in seiner Mitte befand sich eine Feuerstelle. Der Rauch konnte ĂŒber eine Öffnung im Dach abziehen. Fenster besaßen die germanischen HĂ€user wohl nicht.

Obwohl die wichtigste Bestattungsmethode zur Zeitenwende die Verbrennung mit anschließender Urnenbestattung war, sind auch zahlreiche Moorleichen bekannt, die mit sehr unterschiedlichen TodesumstĂ€nden verknĂŒpft sind. Ab etwa 300 nimmt der Anteil der KörpergrĂ€ber stark zu, wenn auch die Verbrennung bei einigen Kulturen weiterhin ĂŒblich bleibt.

Gesellschaft

Die Gesellschaft war in Freie, Halbfreie (Knechte) und Rechtlose (Kriegsgefangene, Sklaven) gegliedert. Zu bestimmten Zeitpunkten fanden Versammlungen der freien MĂ€nner (Volksthing) statt, bei denen wichtige Entscheidungen besprochen und getroffen wurden, so z. B. die Wahl eines AnfĂŒhrers. Nur diese und die GaufĂŒrsten hatten beim Volksthing das Vorschlagsrecht. Die Gesellschaft war patriarchalisch organisiert und die Hausgemeinschaft hatte eine besondere Stellung in ihr. Die Macht der AnfĂŒhrercite-ref-36[36] reichte nur bis zum Hausherrn, aber alle im Haus Lebenden unterstanden diesem, wobei die Aufsicht der Sippe einen Schutz vor WillkĂŒr bot. Nach Tacitus war die Einehe verbreitet. Damit bildeten die Germanen eine Ausnahme unter den barbarischen StĂ€mmen der Antike.

Grabfunde weisen auf eine zunehmende soziale Differenzierung in den ersten Jahrhunderten n. Chr. hin. Herausgehobene Personen wurden zunehmend unverbrannt mit reichen Beigaben bestattet, wĂ€hrend sonst die Urnenbestattung weiterhin ĂŒblich blieb. Die Gemeinschaften waren durch Gefolgschaften und Heerkönige geprĂ€gt und ĂŒberdauerten politische BĂŒndnisse. Die halbnomadische Lebensweise ließ ein stabiles Königtum nicht zu.

Im Laufe der Zeit bildete sich bei den germanischen StĂ€mmen eine besondere FĂŒhrungsschicht heraus, erkennbar auch an den sich verbreitenden Erdbestattungen mit Grabbeilagen. Die Kultgemeinschaften der frĂŒheren Kaiserzeit wurden durch GefolgschaftsverbĂ€nde abgelöst, die mehrere StĂ€mme umfassen konnten. Heerkönige kamen aus fĂŒhrenden, angesehenen Familien, deren Herrschaft oft aber auf einzelne Personen beschrĂ€nkt blieb. Es handelte sich um eine faktische Stellung infolge von Leistung (vor allem im Kampf) und selbsterrungener Macht. Es gab im Osten auch geteilte KönigtĂŒmer, entweder bei mehreren StĂ€mmen im Gesamtverband wie bei Kimbern und Alamannen, oder neben dem politischen ein Sakralkönigtum, so wohl bei den Lugiern.cite-ref-37[37] Ein monarchisches Königtum bildete sich erst im FrĂŒhmittelalter mit der Entstehung germanisch-romanischer Königreiche heraus. Die erste ErwĂ€hnung eines Königs Maelo fĂŒr die Sugambrer bei Augustus gilt als unsicher.cite-ref-38[38] Der erste historisch bekannte Heerkönig germanischer Völker ist Ariovist. Seine Herrschaft war nicht auf einen einzelnen Stamm beschrĂ€nkt. Zur Zeitenwende bildeten bereits die Sueben einen Großverband, der so auch von Tacitus beschrieben wurde.cite-ref-39[39] Über die mit der germanischen Großstammbildung verbundenen sozialen Konflikte ist wenig bekannt und der Gegensatz von Arminius und Marbod kann hier lediglich als ein Beispiel dienen:

Arminius und Marbod
Der Cherusker Arminius († 21 n. Chr.) und der Markomanne Marbod († 36 n. Chr.) waren beide adliger Abstammung und verfolgten in Bezug auf Rom die gleichen Ziele, vor allem die UnabhĂ€ngigkeit ihrer StĂ€mme. Beide hatten die römische Kultur intensiv kennengelernt. Marbod war einige Jahre in Rom und stand in der Gunst von Augustus. Nach seiner RĂŒckkehr wurde er StammesfĂŒhrer der Markomannen. Arminius und sein Bruder Flavus standen als Befehlshaber cheruskischer Einheiten in römischen Diensten und besaßen das römische BĂŒrgerrecht. Arminius besaß den römischen Ritterstand; die Cherusker hatten sich freiwillig den Römern unterworfen. In der folgenden Zeit spaltete der Konflikt mit den Römern auch die cheruskische FĂŒhrungsschicht. Arminius heiratete Thusnelda gegen den Willen ihres Vaters Segestes. Es kam zu gegenseitigen Belagerungen. Segestes paktierte mit Varus und Germanicus, Arminius’ Onkel namens „Inguimer“ mit Marbod.
FĂŒr beide HeerfĂŒhrer war die adlige Abstammung notwendige Voraussetzung fĂŒr den Aufstieg zum Heerkönig, jedoch allein nicht ausreichend. In der gegebenen historischen Situation waren auch militĂ€rische Erfolge gegen die Römer erforderlich und beide besaßen die nötige Kenntnis römischer MilitĂ€rorganisation. Arminius errang den militĂ€rischen Erfolg im Jahr 9 n. Chr. durch einen Sieg ĂŒber die drei römischen Legionen des Varus und konnte sich auch gegenĂŒber den Angriffen des Germanicus 14–16 n. Chr. behaupten. Auch Marbod verfĂŒgte ĂŒber ein Heer von vermutlich 70000 Fußsoldaten und 4000 Reitern, gegen das Tiberius 6 n. Chr. zwölf Legionen aufbot. Lediglich ein pannonischer Aufstand verhinderte die direkte Konfrontation. Nach Verhandlungen wurde ein Frieden „unter gleichen Bedingungen“ geschlossen, der das militĂ€rische Prestige Marbods ungemein stĂ€rkte.cite-ref-40[40] Vor allem Arminius konnte nach Ende der römischen Bedrohung die monarchische Gewalt nur aufrechterhalten, wenn er gegen Marbod kĂ€mpfte.cite-ref-41[41] Im Jahre 17 n. Chr. kam es zur Schlacht, Marbod zog sich zurĂŒck, verlor sein militĂ€risches Prestige, zwei Jahre spĂ€ter sein Königreich durch Katwalda und musste bei den alten Feinden um Asyl bitten. Dass es kein Konflikt zwischen StĂ€mmen war, zeigt auch, dass Inguimer auf der Seite Marbods kĂ€mpfte. Arminius schließlich, dessen Macht zu groß wurde, brachten seine eigenen Verwandten um.cite-ref-42[42]

Wirtschaft

Die Germanen waren hauptsĂ€chlich sesshafte Bauern oder transhumante ViehzĂŒchtercite-ref-43[43], gingen aber, im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Vorstellung, nur selten zur Jagd. Sie waren vor allem Selbstversorger. Neben der Land- und Viehwirtschaft gab es auch Handwerker wie Schmiede, Töpfer und Tischler. Das Rad war bereits seit indoeuropĂ€ischer Zeit bekannt. Es gab in den germanischen Dialekten sogar zwei Wörter dafĂŒr (urgermanisch *raĂŸÄ…, daraus deutsch Rad, neben *hwehwlą, woraus englisch wheel), vielleicht um das ursprĂŒngliche Scheibenrad von der Innovation des Speichenrads zu unterscheiden.cite-ref-44[44] Geld kannten die Germanen nicht, ihr Handel beschrĂ€nkte sich auf reine Naturalienwirtschaft. Hauptwertgegenstand war wie bei den Römern das Vieh. Davon zeugt bis heute die Bedeutung des englischen Wortes fee ‚GebĂŒhr‘, ursprĂŒnglich ‚Vieh‘.

Unter den FeldfrĂŒchten kam der Gerste eine besondere Rolle zu. Verschiedene Weizenarten, Roggen, Hafer und Hirse kamen – regional unterschiedlich – hinzu. Vor allem im NordseekĂŒstengebiet wurde die Ackerbohne angebaut, daneben auch Erbsen, Flachs sowie Nutzhanf. Gartenbau wurde ebenso betrieben; Obstbau wahrscheinlich nicht. Auch WildfrĂŒchte wurden gesammelt, zum Beispiel Eichelncite-ref-45[45], verschiedene Beeren (Brombeeren, Himbeeren, Walderdbeeren), Schlehen und WildkrĂ€uter wie Spörgel, der in den MĂ€gen einiger germanischer Moorleichen nachgewiesen werden konnte. Bienenhonig wurde von wildlebenden oder eingefangenen Wildbienenvölkern gesammeltcite-ref-46[46], Bienenzucht im heutigen Sinne gab es wohl nicht.

GezĂŒchtet wurden hauptsĂ€chlich Rinder, ebenso Schafe, Schweine, Ziegen und GeflĂŒgel sowie Pferde, Hunde und Katzen. Ebenfalls wussten die Germanen, wie KĂ€se zubereitet wird. Die germanischen Sprachen kannten ein eigenes Wort fĂŒr WeichkĂ€se, das in den skandinavischen Sprachen im Wort ost (‚KĂ€se‘) fortlebt. FĂŒr HartkĂ€se wurde spĂ€ter das lateinische Wort caseus (← dt. KĂ€se) entlehnt.

Der einfache Pflug war lange bekannt, vereinzelt wurde auch ein Scharpflug genutzt. Ebenso waren Egge, Spaten, Hacke, Harke, Sichel und Sense in Gebrauch. Die Äcker ließen die Germanen regelmĂ€ĂŸig brach liegen, und sie wussten um den Nutzen der DĂŒngung. Getreide wurde hauptsĂ€chlich in Form von Brei gegessen, Brot konnte sich bis ins Mittelalter nur die Oberschicht leisten.

Die lĂ€ndlichen Siedlungen waren ebenso der Raum handwerklicher TĂ€tigkeiten. Die Verarbeitung von Leder oblag den MĂ€nnern, wĂ€hrend Textilien von Frauen produziert wurden (Spinnen und Weben). Spezialisierte Handwerker – die immer auch noch Bauern waren – waren als Zimmerer, Tischler, Drechsler oder Schnitzer tĂ€tig. Ebenso wurden Eisen, Buntmetall, Bein sowie Ton verarbeitet. Überörtliche Manufakturen bzw. Handwerksbetriebe waren selten. Es gibt keine Hinweise auf ein ausgebautes Straßennetz, Warenverkehr auf RĂ€dern oder mit Schiffen. Jedoch sind römische LuxusgĂŒter ĂŒberall auf germanischem Gebiet zu finden. Umgekehrt wurden vermutlich Bernstein, Pelze und von Römerinnen sehr geschĂ€tztes blondes Frauenhaar exportiert. Römisches Geld war in Besitz von vielen, diente jedoch nicht dem Geldverkehr. Eine eigene MĂŒnzprĂ€gung ist erst aus nachantiker Zeit bekannt.

Nach neuesten Erkenntnissen soll sich in der NĂ€he des heutigen Berlin bereits eine Art HĂŒtten-„Industrie“ entwickelt haben. Der dort hergestellte Stahl soll von hoher QualitĂ€t gewesen und vor allem in das Römische Reich exportiert worden sein. Auch der Schiffbau war bereits hoch entwickelt, wie das Hjortspringboot und das Nydamboot zeigen.

Die allgemeine ProduktivitĂ€t war wesentlich geringer als bei den Römern. Es gab Hungersnöte, und viele Germanen litten an UnterernĂ€hrung, was zu einer relativ geringen Lebenserwartung fĂŒhrte. Der Gesundheitszustand der Germanen war oft schlecht; Gelenkerkrankungen und BandscheibenschĂ€den waren verbreitet.

Vorchristliche Religion und der Wechsel zum Christentum

Siehe auch

:

Germanische Religion

,

Nordgermanische Religion

und

AngelsÀchsische Religion

Siehe auch

:

Germanische Gottheit

,

SĂŒdgermanische Gottheiten

und

Arianismus

Germanische Religion

Die Religion der Germanencite-ref-47[47] ist insgesamt betrachtet, ĂŒber die Zeit- und KulturrĂ€ume der einzelnen germanischen Völker und Stammesgruppen hinweg, eine dezentral auf lokale Kultzentren bezogene polytheistische Religion. Es scheint daher sinnvoll, eher von den mannigfaltigen, regional verschiedenen Kulten als von einem vereinheitlichenden Begriffsmuster auszugehen. Zudem kann man aus methodologischen GrĂŒnden nicht von einer Konstanz der religiösen Kulte ausgehen; vielmehr mĂŒssen (besonders im Verlauf der Völkerwanderung) immer auch die politischen und kulturellen VerhĂ€ltnisse beachtet werden, denen die einzelnen Stammesgruppen ausgesetzt waren und denen die jeweiligen Zeugnisse zuzuordnen sind.

Grundlegende Merkmale der germanischen Religion lassen sich auf die durch Vergleiche mit anderen historischen Religionen (Indien, Griechenland, Rom, Kelten) erschlossene indogermanische Religion zurĂŒckfĂŒhren. Eine nachtrĂ€gliche Beeinflussung könnte sich durch den kulturellen und wirtschaftlichen Kontakt mit den Kelten, Balten, Slawen und (spĂ€t) auch den Römern ergeben haben. Die religionswissenschaftliche Klassifizierung in den nordgermanischen, sĂŒdgermanischen und gesonderten angelsĂ€chsischen Kultus erschließt sich aus der allgemeinen Quellenlage der schriftlichen und archĂ€ologischen Zeugnisse und ist durch die historischen Entwicklungen und Ereignisse bedingt.cite-ref-48[48]

Quellen fĂŒr die Rekonstruktion und Bestimmung der germanischen Religion sind im Wesentlichen drei Gruppen zuzuordnen:

1. Historische Berichte, Rechtstexte: Neben den Aufzeichnungen der antiken Historiker (Germania des Tacitus, Getica des Jordanes) diverse mittelalterliche Missionsberichte und kirchliche Verbots- und Bußschriften wie das Christenrecht in der Gulathingslov, die Indiculien, Rechtsfragmente, wie zum Beispiel die Lex Salica, und ZusĂ€tze wie zu der Lex Frisionum, das altsĂ€chsische Taufgelöbnis.
2. ArchĂ€ologische Funde: Wie zum Beispiel Kult- und OpferplĂ€tze und die sogenannten „FĂŒrstengrĂ€ber“ samt Inventar aus Skandinavien und Westeuropa. Besonders die Funde aus Grabungen an ehemaligen Opfermooren und Seen können Aufschluss geben, wo schriftliche Quellen schweigen, oder, wenn je vorhanden, verloren sind. Herausragende Bedeutung haben: Thorsberger Moor, Opfermoor Niederdorla, Nydamer Moor, Moorfund von Vimose.
3. Philologisch erschlossene Quellen aus Sprache und geformter Sprache wie Dichtung und Inschriften (Runentexte): Die hochmittelalterlichen Literaturen Nordwestskandinaviens, Islands und Norwegens die schriftlichen Hauptquellen, vor allem die Sagas und die Sammlung der Lieder-Edda sowie der Prosa-Edda. Kurze Versfragmente und Texte wie die Merseburger ZaubersprĂŒche, namenkundliche Quellen wie Ortsnamen. Inschriften auf archĂ€ologischen Funden wie auf der BĂŒgelfibel von Nordendorf, die Brakteaten und Runensteine sowie gotlĂ€ndische Bildsteine.

GrundsĂ€tzlich prĂ€gend fĂŒr die germanische Religionsgeschichte war der Übergang von der Jagdgesellschaft zur bĂ€uerlichen Kulturform und spĂ€ter der Übertritt zur christlichen Religion. In der etwa zweitausendjĂ€hrigen Periode zwischen diesen epochalen ZĂ€suren war die germanische Religion als solche mit ihren regionalen Unterschieden in ihren GrundzĂŒgen relativ stabil. Aus der vorhistorischen Zeit ist aus Funden in Opfermooren und bronze- und eisenzeitlichen GrabhĂŒgeln ein ausgeprĂ€gter Toten- und Ahnenkult durch die Deponierung von Urnen oder Keramiken mit Resten von organischen Inhalten bekannt. Andere Votivgaben sind SchmuckgegenstĂ€nde und GĂŒter des alltĂ€glichen Gebrauchs. Zu diesen Funden kommen anthropomorphe Pfahlgötter, Figuren aus grob bearbeiteten Holzbalken, wie zum Beispiel das Götterpaar von Braak. Diese Figuren wurden durch die Herausarbeitung der primĂ€ren Geschlechtsmerkmale deutlich erkennbar als mĂ€nnlich oder weiblich gestaltet. Ein Begriff fĂŒr „Gott, Gottheit“ aus spĂ€teren Perioden, Ase, geht auf das gemeingermanische Wort *ansuz, ‚Pfahl, Balken‘ zurĂŒck. Die Zuordnung zu einer bestimmten namentlich aus spĂ€terer Zeit bekannten Gottheit beiderlei Geschlechts ist nicht möglich, außer einem gewissen Fruchtbarkeitskult durch die Geschlechtstypisierungen im Zusammenhang mit der Hierogamie.

Der Zusammenhalt der germanischen StĂ€mme in historischer Zeit wurde vor allem durch einen gemeinsamen Götter- und Ahnenkult und gemeinsame Opferhandlungen begrĂŒndet. Teilweise kamen auch verschiedene StĂ€mme zu gemeinsamen Riten zusammen und bekrĂ€ftigten so ihr BĂŒndnis (Nerthuskult). Allgemein waren die religiösen Handlungen der germanischen Kulturen jedoch sehr vielfĂ€ltig, so dass Götter wie in vergleichenden polytheistischen Systemen des Mittelmeerraumes sowohl unterschiedliche Bezeichnungen, als auch unterschiedliche Attribute aufweisen. Wie in anderen indogermanischen Religionssystemen wird auch in der religiösen Praxis der Germanen die Möglichkeit des Henotheismus erwogen. Unter den Göttern sind Odin (Wodan), Thor (Donar), Tyr (Ziu) und Freyja die bekanntesten, die sich auch in unseren heutigen Wochentagsnamen widerspiegeln. Der sĂŒdgermanischen Gottheit Nerthus (sprachlich ein Neutrum, jedoch bei Tacitus als Terra Mater, ‚Mutter Erde‘ erlĂ€utert) entsprach vermutlich der skandinavische Gott Njörðr mĂ€nnlichen Geschlechts. Ein transzendentales GottesverstĂ€ndnis war den Germanen wohl fremd und entwickelte sich erst spĂ€t in der Auseinandersetzung mit dem Christentum, nachweislich durch nordwestnordische Quellen.

Tempelbauten wie bei den Römern waren selten. Die Götter wurden meist auf Waldlichtungen, in heiligen Hainen und an heiligen GewĂ€ssern bzw. Mooren verehrt, teilweise mit Menschen-, in der Regel aber mit Tieropfern. Diese sakralen Orte wurden durch Einhegungen von der profanen Umwelt separiert, dementsprechend gilt bei natĂŒrlichen Örtlichkeiten wie Hainen, dass diese Waldungen kultiviert wurden und so eine sichtbare Trennung bewirkt wurde (FlechtwerkzĂ€une aus Gehölzruten). Im angelsĂ€chsischen Siedlungsbereich und im römerzeitlichen SĂŒddeutschland ĂŒbernahmen einwandernde Germanen teilweise KultstĂ€tten der verdrĂ€ngten oder assimilierten keltischen Vor- und Restbevölkerung. FĂŒr die Völkerwanderungszeit und den kontinentalen Bereich sowie zur Wikingerzeit fĂŒr Skandinavien lassen sich durch schriftliche Quellen und durch den Wortschatz Tempelbauten beziehungsweise Kultorte mit einer gewissen konstruktiven Substanz bestĂ€tigen oder rĂŒckschließen (vgl. den Tempel von Uppsala).

Der besondere Begriff fĂŒr die Opferhandlung lautet altnordisch blĂłt (in Varianten auch in der altenglischen und althochdeutschen Sprache belegt) mit der Bedeutung von ‚stĂ€rken, anschwellen‘; eine sprachliche Verbindung zum Begriff Blut und im ĂŒbertragenen Sinn eines blutigen Opfers besteht nicht. Die dargebrachten Opfer waren dabei vor allem Bitt- und Dankopfer. Geopfert wurde individuell im privaten Kult, aber auch gemeinschaftlich, dann auch zu festen jahreszeitlichen AnlĂ€ssen wie im FrĂŒhjahr, im Mittsommer oder zum Herbst und Mittwinter. Beim Opfer, das konkret einer Gottheit bestimmt war, wurde zum einen das Idol symbolisch „gespeist“, zum anderen hatte durch den Verzehr des Opfermahls – bestehend aus den gegarten Opfertieren – die Opfergemeinschaft Anteil. Auch Waffen und andere militĂ€rische AusrĂŒstung, vermutlich von besiegten Feinden, wurden an diesen Orten dargebracht. AuffĂ€llig ist, dass geopferte Waffen zuvor unbrauchbar gemacht wurden. Teilweise sind diese GegenstĂ€nde von hohem materiellen wie ideellen Wert (Schwerter, aber auch Schmuck, Fibeln), wodurch der kultisch-rituelle Bezug ersichtlich ist (Brunnenopfer von Bad Pyrmont). Menschenopfer sind aus historischer Zeit teils in der ethnographischen Literatur belegt, wie beispielsweise die Opferung eines Sklaven beim Nerthuskult, die Tacitus beschreibt. Die archĂ€ologischen Fundauswertungen zeigen, dass Menschenopfer statistisch gesehen sehr selten praktiziert wurden. Auch fĂŒr die in Norddeutschland und DĂ€nemark gefundenen Moorleichen, die oft mit Menschenopfern in Verbindung gebracht werden, gilt: Lediglich ein kleiner Teil der etwa 500 Funde weist sicher auf einen kultischen Hintergrund hin (siehe Grauballe-Mann). Im Zusammenhang mit Menschenopfern ist eine bedingte kultische Anthropophagie nachgewiesen, die auf animistische ZĂŒge der germanischen Religion verweisen.cite-ref-49[49]

Ein weiterer Begriff fĂŒr Opfer, beziehungsweise die Opferhandlung war altenglisch lāc (von urgermanisch *laikaz, vgl. nordisch leikr, gotisch laiks) mit der Bedeutung, Spiel, Tanz, Kampf‘, scheint nahezulegen, dass die Kulthandlungen durch rituelle TĂ€nze oder UmzĂŒge begleitet oder initiiert wurden. Ein organisierter oder besonders kenntlich gemachter Priesterstand ist fĂŒr die frĂŒhe historische Zeit nicht bezeugt. Zu dieser Zeit wurden sakrale Handlungen durch die Familien- und SippenhĂ€upter durchgefĂŒhrt. Im Laufe der römischen Kaiserzeit und in der Zeit der Völkerwanderung werden priesterliche Strukturen erkennbar, die aber immer noch stark privaten Charakter trugen. DiesbezĂŒglich dienen vor allem angelsĂ€chsische und islĂ€ndische Belege als Nachweise, wie zum Beispiel fĂŒr den islĂ€ndischen Goden. Entsprechend den weiblichen Gottheiten gab es weibliches Kultpersonal. Zu diesen zĂ€hlten auch Seherinnen.cite-ref-50[50]

Zum kultisch-rituellen religiösen Spektrum gehört ebenfalls die Magie, der Zauber durch Losorakel, wie schon durch Tacitus beschrieben, mit der Nutzung von Runen als Medium, sowie der Runenzauber an sich, welcher sich in den Runengedichten und Runenalphabeten zeigt (Abecedarium Nordmannicum, Tiwaz), und runische Formeln als Inschriften auf Brakteaten wie auja „GlĂŒck“ und laukr „Lauch“ (als magisch wirkende Pflanze). Erhaltene ZaubersprĂŒche wie die Merseburger ZaubersprĂŒche oder altenglische ZaubersprĂŒche wie der Canterbury Charm zeigen noch die alten Schichten oder NachklĂ€nge der germanischen ReligiositĂ€t an. Magie und ZaubersprĂŒche konnten eine apotropĂ€ische, schadenabwehrende sowie eine heils- und heilbringende Funktion erfĂŒllen, ebenso aber auch der Verfluchung dienen und Schaden und Unheil bringen. WeihesprĂŒche, Ansprachen innerhalb der ZaubersprĂŒche oder in Runeninschriften haben im Norden oft einen Bezug zu Thor; auf dem Kontinent wird im zweiten Merseburger Spruch und auf der Nordendorfer Runenspange zudem oder auch allein Wodan genannt.

Christianisierung

Siehe auch

:

Germanenmission

und

Geschichte Norwegens von Harald HÄrfagre bis zur Reichseinigung#Die Christianisierung

Eine monographische Gesamtdarstellung der Christianisierungsgeschichte der Germanen fehlt bisher. Diese Geschichte muss in drei großen, in Raum und Zeit unterschiedlichen VerlĂ€ufen gesehen werden:

1. die Verbreitung des gotischen arianischen Christentums im 4. bis 6. Jahrhundert,
2. die Christianisierung des frĂ€nkischen Reiches vom Ende des 5. bis zum frĂŒhen 9. Jahrhundert und die der Angelsachsen vom Ende des 6. bis zum 7. Jahrhundert,
3. die Christianisierung des Nordens Europas im 10. und 11. Jahrhundert.

Die Goten waren die ersten, die an der unteren Donau und auf der Krim mit dem Christentum in Form des Arianismus in BerĂŒhrung kamen. Die abwertende Fremdbezeichnung arianisch – nach dem alexandrischen Presbyter Arius († 336) – bezeichnet eine um 350 entstandene Position, die in den Streitigkeiten um die TrinitĂ€tslehre vermitteln sollte und die in der römischen Staatskirche zeitweilig (im Ostteil des Reiches bis 378) offizielle Geltung besaß. So wurde sie einerseits von den reichsansĂ€ssigen sogenannten Kleingoten Wulfilas, fĂŒr den allerdings Jesus Christus im Widerspruch zu der Lehre des reinen Arianismus „Gott und Herr“ war, und auch von den Terwingen (Westgoten) aufgenommen. Kurz vor dem Hunneneinfall im Jahre 375 wurde bei den Terwingen noch mit römischer UnterstĂŒtzung eine rudimentĂ€re kirchliche Organisation aufgebaut. Wulfila wurde einer der ersten Bischöfe der Westgoten.

In einem Ă€hnlichen Kontext ist auch die Wulfilabibel zu sehen. Im Gegensatz zur westlichen Kirche, die den Gottesdienst an die lateinische Sprache band, war die östliche Kirche bereit, die Volkssprache in der Liturgie zu verwenden. Die Übersetzung der Bibel ins Gotische ist nicht gleichzusetzen mit mittelalterlichen Übersetzungen biblischer Texte, die der Erbauung und Unterweisung dienten. Die gotische Bibel war ein liturgisches Buch, dessen Sprache eng mit der Vorlage verbunden blieb. Ein im Westen provokantes Merkmal des östlichen Ursprungs der gotischen arianischen Kirche war die erneute Taufe ĂŒbertretender nichtarianischer Christen.cite-ref-51[51]

Die VerdrĂ€ngung der heidnischen Religion wurde auch als Bedrohung der sozialen Ordnung gesehen und es kam 350 bzw. 370 zu Christenverfolgungen. Mit der Westwanderung christianisierter Germanen (Goten, Vandalen, Burgunden, Langobarden) und den ReichsgrĂŒndungen verbreitete sich der Arianismus auch in der – im ĂŒbrigen katholischen – westlichen HĂ€lfte des römischen Reiches. Jedoch wurden lĂ€ngst nicht alle Germanen christianisiert, so dass mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches auch die Verbreitung des Christentums einen RĂŒckschlag erlitt.

Das Frankenreich wurde von dem kulturellen Überlagerungsbereich zwischen Rhein und Loire aus christianisiert. Bereits Chlodwig I. hatte sich taufen lassen, um sich den Einfluss auf die katholische Kirche zu sichern. Ab dem 7. Jahrhundert griff die Christianisierung auch auf die Randzonen und NachbarlĂ€nder des FrĂ€nkischen Reiches ĂŒber und fand ihren Abschluss mit der Eroberung und Eingliederung der Friesen und Sachsen. Ab dem Ende des 7. Jahrhunderts waren auch angelsĂ€chsische KrĂ€fte an der Mission beteiligt. Die Missionierung des angelsĂ€chsischen Englands ging mit unterschiedlichen Traditionen vom Kontinent und von Irland aus. Die Christianisierung des Nordens erfolgte durch deutsche und englische KrĂ€fte und hatte entscheidenden Anteil an der Ausbildung der Königsmacht ab dem Ende der Wikingerzeit.

Die Missionierung setzte bei den politischen FĂŒhrungsspitzen an. FĂŒr diese ergaben sich durch die Annahme des Christentums neue Möglichkeiten der religiösen Legitimierung, die sich voll ausgebildet zuerst im Westgotenreich in der zweiten HĂ€lfte des 7. Jahrhunderts in Form der Königssalbung zeigen. Die neuartige Verbindung königlicher Kirchenherrschaft fĂŒhrte zur rĂ€umlichen Abgrenzung der kirchlichen Bezirke durch politische Herrschaft und trug zur spĂ€trömischen Partikularisierung der westlichen Kirche bei. Diese Entwicklung wurde ab dem letzten Drittel des 7. Jahrhunderts u. a. durch das „Leitbild der romorientierten Partikularkirche“ umgekehrt.cite-ref-52[52]

Die Religion der Germanen galt fĂŒr die christliche Mission, wie auch vorher schon die hellenistisch-römischen Religionen, als dĂ€monische Verblendung, die die Menschen hinderte, zu ihrer gottgegebenen Bestimmung zu finden. Die Missionierung verfolgte einerseits das Ziel der Integration des ganzen politischen Verbandes in die Kirchenorganisation und andererseits die Beseitigung der heidnischen Kulte. Massenhaft vollzogene Taufen ohne ausreichende Vorbereitung dienten der Aufnahme in die Kirche, und die christliche Religion ersetzte als neuer einzuhaltender Kult den alten. In der Karolingerzeit wurde die dem Taufgelöbnis vorangehende Absage an den Teufel um das Abschwören der heidnischen Götter und Kulte erweitert. In der Lex Saxonum Karls des Großen wurden bestimmte heidnische BrĂ€uche (Hexenverbrennung, Leichenverbrennung, Menschenopfer u. a.) mit der Todesstrafe bedroht. Private heidnische KultausĂŒbung wurde mit Geldstrafen belegt.cite-ref-53[53] Der Alleingeltungsanspruch wurde zuerst im öffentlichen Raum durchgesetzt und die politisch-sozialen Funktionen der heidnischen Kulte ĂŒbernommen. Diese funktionale KontinuitĂ€t hatte auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums. In der Forschung wurde in diesem Zusammenhang der Begriff der Germanisierung des Christentums diskutiert.cite-ref-54[54]

Die germanischen StÀmme

→

Hauptartikel

:

Liste germanischer StÀmme

Bedeutung der StÀmme

Wesentliches Element der politischen und gesellschaftlichen Ordnung auf germanischem Gebiet waren die StĂ€mme. Ein Stamm verfĂŒgte als Siedlungsgemeinschaft ĂŒber ein bestimmtes Siedlungsgebiet, auf dem auch Angehörige anderer ethnischer Gruppierungen leben konnten, wie beispielsweise in eroberten Gebieten. Der Stamm besaß eine einheitliche politische FĂŒhrung und stellte eine Rechtsgemeinschaft dar. Ebenso gab es natĂŒrlich eine gemeinsame Sprache, religiöse Riten und ein IdentitĂ€tsbewusstsein, dessen deutlichster Ausdruck ein Mythos der gemeinsamen Abstammung war. TatsĂ€chlich waren jedoch auch StĂ€mme keine einheitlichen und stabilen Gebilde, sondern immer von Durchmischung, Neubildung, Abwanderung, Untergang und dergleichen betroffen.

Erstmals detaillierte Beschreibungen der Germanen finden sich bei Tacitus. Er beschreibt eine recht einheitliche germanische Kultur auf einem Gebiet ungefĂ€hr vom Rhein im Westen bis zur Weichsel im Osten und von der Nordsee im Norden bis zu Donau und Moldau im SĂŒden. Hinzu kommen die – von Tacitus nicht beschriebenen – germanischen Siedlungsgebiete in Skandinavien. Tacitus legt dar, dass sich die germanischen StĂ€mme in drei Gruppen gliedern und dass es zahlreiche StĂ€mme gibt, die nicht in diese Gliederung passen. Nach Tacitus unterscheiden sich die einzelnen StĂ€mme nach ihren Kultorten. Die germanischen StĂ€mme zur Zeitenwende waren also vermutlich vor allem Kultgemeinschaften. Dieser Unterteilung lassen sich auch archĂ€ologische Gruppierungen zuordnen.

Seit dem 2. Jahrhundert traten GroßstĂ€mme als bedeutendste Akteure in der germanischen Welt auf. Sie wurden aggressive Gegner des römischen Imperiums und TrĂ€ger der Völkerwanderungsreiche. Sie verflochten sich in unterschiedlicher Weise mit der mediterranen Hochkultur und beendeten die relative Einheit der Germanen zu Gunsten gesonderter Entwicklungen. Der Germanenname verschwand aus den antiken Quellen und wurde durch die Namen der GroßstĂ€mme mit eigenen Traditionen ersetzt. Sie bestimmten das Geschehen der Völkerwanderungszeit und bildeten die Grundlage der europĂ€ischen Völker- und Nationalstaatengeschichte. Die diesen Vorgang analysierenden Untersuchungen von Wenskuscite-ref-55[55] stellen den heutigen Forschungsstand zu diesem Thema dar. Es handelte sich um einen aus BĂŒndnissen entstehenden Konzentrationsprozess, der politische und militĂ€rische Durchschlagskraft zum Ziel hatte. Gleichzeitig setzte eine zunehmende Differenzierung der sozialen Schichtung ein. Herrschaftsbildung auf personaler Grundlage, Land-, Menschen- und Beutegewinn auf der einen Seite und InstabilitĂ€t der Ergebnisse auf der anderen Seite war auf engen Austausch mit imperialen und kulturellen Gegebenheiten im römischen Machtbereich angewiesen. Tiefgreifende politische und soziale VerĂ€nderungen waren Voraussetzung fĂŒr stabile politische Formen.cite-ref-56[56]

Dabei ist ein fundamentaler Unterschied zwischen den GroßstĂ€mmen des Westens (Franken, Alamannen) und den gentes des Ostens (Goten, Vandalen, Heruler, Gepiden) festzustellen. Die GroßstĂ€mme des Westens sind erst im 3. Jahrhundert bezeugt, wĂ€hrend sich die gentes des Ostens zunĂ€chst der antiken Wahrnehmung entzogen. Deren WanderungsverbĂ€nde bildeten sich nicht an der Peripherie des Reiches, sondern weit im Hinterland. Die Grenznachbarn des römischen Reiches wurden dann auf diesen ZĂŒgen integriert.

StÀmme zur Zeitenwende

Die Siedlungsgebiete der Germanen im ersten Jahrhundert (siehe Karte) lassen sich unterteilen in:

1. Nordseegermanen (bei Tacitus Ingaevones): Angeln, Chauken (die spĂ€ter im Großstamm der Sachsen aufgehen), Friesen, Warnen.
2. Rhein-Weser-Germanen (vielleicht mit den taciteischen IstĂŠvones zu verknĂŒpfen): Angrivarier, Bataver, Brukterer, Chamaver, Chatten, Chattuarier, Cherusker, Sugambrer, Tenkterer, Ubier, Usipeter. Laut der Nordwestblock-Hypothese wurden diese Völker erst spĂ€ter germanisiert. Aus den am Rhein ansĂ€ssigen StĂ€mmen geht im 3. Jahrhundert der Großstamm der Franken hervor. Hingegen schlossen sich die StĂ€mme an der Weser, wie die Angrivarier und die Cherusker, den Sachsen an.
3. Elbgermanen (vielleicht mit den taciteischen Herminones zu verknĂŒpfen): Aus der elbgermanischen Gruppe – bestehend aus Hermunduren, Langobarden, Markomannen, Quaden, Semnonen, Sueben und vielleicht den Bastarnen – ging im 3. Jahrhundert vor allem der Großstamm der Alamannen hervor. Daneben bildeten die Markomannen durch Vermischung mit anderen StĂ€mmen und Volksgruppen den Großstamm der Bajuwaren, die Hermunduren den der ThĂŒringer. Ein Teil der Sueben ĂŒberquerte zusammen mit Alanen und Vandalen 406 den Rhein (RheinĂŒbergang von 406) und wanderte mit diesen 409 nach Hispanien ein. Dort bildeten sie im Nordwesten das Reich der Sueben, das die Grundlage des spĂ€teren Staates Portugal bildete. Die Langobarden, nach denen die Lombardei benannt ist, nahmen ebenfalls andere germanische Gruppen in ihren Stamm auf, grĂŒndeten zuerst in Pannonien und 568 nach Eroberung in Italien ein Reich.
4. Nordgermanen: Die auf der Kimbrischen Halbinsel und in Skandinavien siedelnden Nordgermanen bzw. Ostseegermanen – Tacitus nennt einen Stamm der Suionen – werden aus sprachlichen GrĂŒnden zu einer Gruppe zusammengefasst. Aus ihnen gingen spĂ€ter die DĂ€nen, Schweden, Norweger und IslĂ€nder hervor. ArchĂ€ologisch werden die Nordgermanen in die ost- und die westnordische Gruppe aufgeteilt. Einen Übergangsbereich zu den Nordseegermanen bilden die Angeln und die JĂŒten.
5. Oder-Warthe-Germanen: Burgunden, Lugier, Vandalen werden in archĂ€ologischer Hinsicht der Przeworsk-Kultur (im sĂŒdlichen Polen) zugeordnet.
6. Weichselgermanen: Die Bastarnen, Gepiden, Gotonen, Rugier, Skiren werden archĂ€ologisch der Wielbark-Kultur (Willenbergkultur) zugeordnet, deren VorgĂ€nger die Oxhöft-Kultur war. Nachdem die Wielbark-Kultur in den Raum sĂŒdlich der Ostsee expandierte, hat sie sich nach SĂŒdosten verlagert, wo sie in die Tschernjachow-Kultur des 2. bis 5. Jahrhunderts ĂŒbergeht. Diese archĂ€ologischen Funde spiegeln möglicherweise die Wanderung der Goten wider.

SpÀtantike und Völkerwanderung

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Hauptartikel

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Völkerwanderung

Die germanischen StammesverbĂ€nde, deren Namen in der SpĂ€tantike bekannt wurden, existierten zur Zeit des Tacitus noch nicht oder allenfalls als vage Bezeichnungen. Franken, Goten, Burgunden u. a. m. bildeten sich als GroßstĂ€mme erst in den Jahrhunderten nach der Zeitenwende heraus und sind seit dem 3. Jahrhundert in den römischen Quellen greifbar. Diese Entwicklung blieb den römischen und griechischen Ethnographen vermutlich lĂ€ngere Zeit verborgen, so dass sich in den historischen Aufzeichnungen kaum Beschreibungen finden. Die Vielfalt von ĂŒber 40 StĂ€mmen (lat. gentes) bei Tacitus reduzierte sich auf einige wenige, die in der Antike als „neue“ Völker zu den bisherigen dazugezĂ€hlt wurden. Als kleinere VerbĂ€nde oder als Volksgruppen, die sich den GroßstĂ€mmen anschlossen oder TeilstĂ€mme bildeten, wurden noch in der SpĂ€tantike u. a. folgende Stammesnamen genannt: Warnen, Angeln, JĂŒten, Juthungen, Rugier, Heruler.

Zu den seit dem 3. Jahrhundert greifbaren GroßverbĂ€nden zĂ€hlen die Alamannen, Burgunden, Franken, Goten, Gepiden, Langobarden, Markomannen, Sachsen, ThĂŒringer, Angelsachsen und Vandalen. Die Markomannen gingen ihrerseits seit dem 6. Jahrhundert in den Bajuwaren auf.

Alamannen

Die Alamannen werden das erste Mal unter den StĂ€mmen erwĂ€hnt, die nach 260 das von den Römern aufgegebene rechtsrheinische Dekumatland (Agri decumates) besetzten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Alamannen eine Mischung aus Stammesgruppen der Semnonen, Burgundionen, RĂ€tovariern, Brisigaviern u. a. m. Entsprechend könnte der Name ursprĂŒnglich „alle MĂ€nner, Menschen“cite-ref-57[57], „edle MĂ€nner, Menschen im eigentlichen Sinn“ oder gar „Nachkommen des Mannus“cite-ref-58[58] bedeutet haben. Die Alamannen wurden von den Römern geduldet, da sie den Rhein als Grenze anerkannten. Erst ab der Mitte des 5. Jahrhunderts dehnten sie – jetzt Alemannen genannt – ihr Siedlungsgebiet auch auf linksrheinische Gebiete aus – bis in die Champagne. Damit kam es zum Konflikt mit den Franken und die nördlichen Territorien gingen nach der Schlacht von ZĂŒlpich (lat. Tolbiacum) 496 an diese verloren. Im 7. Jahrhundert expandierten die Alemannen in die Nordschweiz.cite-ref-59[59]

Burgunden

Die ostgermanischen Burgunden siedelten zur Zeitenwende nach Plinius im Gebiet zwischen Oder und Weichsel. Ab dem 2. Jahrhundert bewegten sie sich nach Westen und besiedelten die Lausitz und östliche Teile Brandenburgs. Ein Jahrhundert spĂ€ter erreichten Stammesgruppen das Maintal und zu Beginn des 5. Jahrhunderts kam es zur ersten ReichsgrĂŒndung in der Region von Worms und Speyer. Die Burgunden kamen in intensiveren Kontakt mit dem Römischen Reich und traten auch zum Christentum ĂŒber.cite-ref-60[60]

Franken

Die Franken bildeten sich aus einem lockeren Kampfverband der Chamaver, Salier, Chattuarier, Ampsivarier, Brukterer und anderer Stammesgruppen. RaubzĂŒge in Gallien werden ab der Mitte des 3. Jahrhunderts erwĂ€hnt. Im Norden Galliens wurden frĂ€nkische Söldner in römischen Diensten angesiedelt. Die salischen Franken erhielten als foederati Siedlungsgebiet in Toxandrien. Diese Besiedlung expandierte und umfasste im 5. Jahrhundert die Region zwischen LĂŒttich und Tournai. Am Niederrhein grĂŒndeten ripuarische Franken ein FĂŒrstentum mit Köln als Zentrum.cite-ref-61[61]

Goten

Die Goten entwickelten sich wahrscheinlich als Stammesverband im Gebiet der WeichselmĂŒndung. Dort sind sie jedenfalls zur Zeitenwende belegt. Aussagen ĂŒber die weitere Herkunft der Goten bleiben problematisch: Die von Jordanes ĂŒberlieferte Stammeslegende (Origo gentis), wonach die Goten aus Skandza (Skandinavien oder Gotland) stammen sollen, ist archĂ€ologisch nicht zu beweisencite-ref-62[62], zumal die Goten wohl polyethnisch zusammengesetzt waren. Nach 150 verschob sich ihr Siedlungsraum langsam in Richtung Schwarzes Meer.

Langobarden

Die Vorfahren der Langobarden siedelten zunĂ€chst im Bereich der Niederelbe. SpĂ€ter zogen erste Gruppen entlang der Elbe nach Böhmen und in angrenzende Gebiete. Zur Zeit der Markomannenkriege in der zweiten HĂ€lfte des 2. Jahrhunderts gelangten Langobarden ĂŒber die Donau bis nach Pannonien. Dort schlossen sich ihnen weitere elbgermanische Stammesgruppen an. Ebenso erhielten sie Zuzug von germanischen Populationen aus ThĂŒringen. Bis zur Mitte des 5. Jahrhunderts bildeten diese Gruppen ein ethnisches Eigenprofil aus und werden 488 erstmals als Langobarden erwĂ€hnt.cite-ref-63[63]

Markomannen

Die Markomannen traten erstmals im Heer des Ariovist in Erscheinung. Ihr ursprĂŒngliches Siedlungsgebiet lag am Main, jedoch wanderten sie unter dem Druck der Römer kurz vor der Zeitenwende unter dem HeerfĂŒhrer Marbod nach Böhmen. Dort bildeten sie das Zentrum eines StĂ€mmebundes. In den Markomannenkriegen konnten die Römer die Nordgrenze ihres Reiches nur unter großen Anstrengungen stabilisieren. Auch in den folgenden Jahrhunderten stießen die Markomannen immer wieder nach SĂŒden vor. Im 4. Jahrhundert erwĂ€hnte man sie das letzte Mal.cite-ref-64[64]

Sachsen

Die Sachsen bildeten sich vermutlich im 3. Jahrhundertcite-ref-65[65], eventuell jedoch erst im 4. Jahrhundert aus Ă€lteren StĂ€mmen der Nordseegermanen. Die frĂŒheste unbestrittene Nennung stammt von Kaiser Julian aus dem Jahre 356.cite-ref-66[66] Im 5. Jahrhundert teilten sich die Sachsen in die nach England abwandernden Angelsachsen und die auf dem Festland verbleibenden Altsachsen. Ein Jahrhundert spĂ€ter beherrschten die Altsachsen weite Gebiete an der NordseekĂŒste. Gleichzeitig verstĂ€rkte sich im Westen der Druck des Frankenreichs und im Osten jener der in den Elbraum expandierenden Slawen.

Der Konflikt mit dem Frankenreich fĂŒhrte unter Karl dem Großen zu den Sachsenkriegen (772–804). In dieser Zeit war Altsachsen in die drei TeilstĂ€mme oder Heerschaften Westfalen, Engern und Ostfalen gegliedert. Nach der Zwangschristianisierung wurde diese Einteilung durch Grafschaften ersetzt. Erst im 13. Jahrhundert wurde das inzwischen weiterentwickelte Stammesrecht Lex Saxonum im Sachsenspiegel niedergeschrieben. Dagegen existiert keine KontinuitĂ€t zwischen den heutigen Sachsen im gleichnamigen Freistaat und den historischen Altsachsen des frĂŒhen Mittelalterscite-ref-67[67], da der Sachsenname erst durch verschiedene dynastische Verschiebungen auf diese im Mittelalter germanisierten Landschaften ĂŒberging.

ThĂŒringer

Nach dem Abzug der Hunnen etablierten die ThĂŒringer ein Königreich, welches 531 von den Franken unterworfen wurde. NordthĂŒringen (ungefĂ€hr das heutige Sachsen-Anhalt links der Elbe) wurde danach teilweise von den Sachsen besiedelt, ebenso wurden Hessen, Schwaben und Friesen angesiedelt. Die vermutlich eher dĂŒnn besiedelte Gegend zwischen Saale und Elbe im heutigen Freistaat Sachsen hingegen konnte gegen die eindringenden Slawen nicht gehalten werden. Die slawische Landnahme in diesen Gebieten erfolgte im ausgehenden 6. Jahrhundert.

Vandalen

Die Vandalen hatten ihr ursprĂŒngliches Siedlungsgebiet in der Region zwischen Oder und Warthe im Bereich der Przeworsker Kultur. Die Stammesgruppe war in die TeilverbĂ€nde der Hasdingen und der Silingen – die der Region möglicherweise den Namen „Schlesien“ gaben – gegliedert. Im 2. Jahrhundert wanderten einige Stammesgruppen bis zum Karpatenbogen und in die Theißebene.cite-ref-68[68]

Kriege und germanische Reichsbildungen

Die den Germanen benachbarten keltischen Kulturen hatte der Kontakt mit den Römern an die Schwelle zur Hochkultur gefĂŒhrt, bevor sie erobert und romanisiert wurden. Die Romanisierung war z. T. so umfassend, dass z. B. die keltischen Sprachen auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs verschwanden.

Die Germanen bildeten keine gemeinsame kulturelle Einheit zu dem Zeitpunkt, als sie die Kelten bzw. Gallier in der Rolle der nördlichen Nachbarn des römischen Reichs beerbten. Sie bewahrten ihre EigenstÀndigkeit, obwohl es auch zwischen Römern und Germanen einen intensiven Austausch gab.

Die Konfrontation mit den Römern verhalf den Germanen zu „germanischer“ IdentitĂ€t. In der Folgezeit gab es unterschiedliche Bestrebungen, an der römischen Kultur teilzuhaben. Oft ging es nur um den Erwerb materieller GĂŒter, die friedlich durch Handel oder Geschenke oder kriegerisch durch Raub und PlĂŒnderung angeeignet wurden. SpĂ€ter kam die Teilhabe an der Macht und die Aneignung römischen Territoriums hinzu. Diese Bestrebungen waren von Stamm zu Stamm unterschiedlich, jedoch waren alle germanischen Kulturen bestrebt, ihre ursprĂŒngliche barbarische Existenz hinter sich lassen und eine höhere Stufe der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung zu erreichen. Dies lief in der konkreten historischen Situation auf eine bestĂ€ndige Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen hinaus und sie endete im Westen mit einem Erfolg der Germanen, wĂ€hrend der Osten des römischen Reiches diese Bedrohung abwenden konnte.cite-ref-69[69]

Der Marsch der Kimbern, Teutonen und Ambronen

Um 120 v. Chr. brachen Kimbern, Teutonen und Ambronen in Richtung SĂŒden auf. Die Ursache ist nicht eindeutig geklĂ€rt: Die historischen Quellen berichten von einer Sturmflut in JĂŒtland, aufgrund der die Einwohner ihre Heimat verließen. Allerdings vermutet man heute, dass vielmehr Hungersnöte aufgrund klimatischer VerĂ€nderungen dafĂŒr verantwortlich waren.

Um 113 v. Chr. trafen die GermanenstĂ€mme auf die Römer. Bei der folgenden Schlacht (auch als „Schlacht bei Noreia“ bezeichnet) entgingen die Römer der völligen Vernichtung ihrer Truppen nur durch ein plötzlich einsetzendes Gewitter, welches die Germanen als ein warnendes Omen (Grollen) ihres Wettergottes Donar deuteten.

Um 109 v. Chr., 107 v. Chr. und 105 v. Chr. kam es noch weitere Male zu KÀmpfen zwischen den Römern und den Germanen, bei denen die Römer jedes Mal eine Niederlage erlitten. Erst nachdem sich die germanischen StÀmme in zwei Gruppen aufgeteilt hatten, gelang es den Römern 102 v. Chr., die Teutonen und Ambronen zu besiegen, 101 v. Chr. die Kimbern.

AusfĂŒhrliche Beschreibung: Kimbern

Ariovist und Caesar

Der Durchbruch der Kimbern und Teutonen durch das damals noch keltische Mittelgebirge fĂŒhrte zur ErschĂŒtterung der keltischen Macht in Mittel- und SĂŒddeutschland, sodass spĂ€ter auch andere Germanen, insbesondere suebische StĂ€mme, in Hessen und das Maingebiet eindringen konnten. Unter ihrem FĂŒhrer Ariovist ließen sie sich ab 71 v. Chr. teilweise am Oberrhein nieder. Andere Gruppen drangen in Gallien ein, wurden jedoch durch Caesar 58 v. Chr. geschlagen und hinter den Rhein zurĂŒckgeworfen.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. machte die römische Eroberung Galliens durch Caesar die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Dieser Kontakt fĂŒhrte in der darauffolgenden Zeit zu stĂ€ndigen Konflikten: Immer wieder kam es zu Übergriffen der Germanen auf die Römer. Im Gegenzug fĂŒhrte Caesar in den Jahren 55 und 53 v. Chr. Strafexpeditionen gegen die Germanen durch, bei denen er in spektakulĂ€rer Weise eine RheinbrĂŒcke in nur zehn Tagen errichten ließ. Diese Expeditionen hatten vor allem demonstrativen Charakter und fĂŒhrten zu keiner dauerhaften rechtsrheinischen PrĂ€senz der Römer. Caesar erkannte den Rhein als Grenzlinie zwischen Germanen und Römern an.

Drusus und Tiberius – Vorstoß bis zur Elbe

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Drusus-FeldzĂŒge

Auch in der Folgezeit kam die Rheingrenze nicht zur Ruhe. Der römische Kaiser Augustus beschloss deshalb die Verlagerung von Truppen an den Rhein, die bisher in Gallien stationiert waren.

Die Rheingrenze blieb dennoch unsicher, woraufhin Augustus seine Taktik Ă€nderte: Er beabsichtigte, das Römische Reich bis an die Elbe auszudehnen (siehe auch Augusteische Germanenkriege und Geschichte der Römer in Germanien). Zwischen 12 v. Chr. und 9 v. Chr. fĂŒhrte Drusus, Stiefsohn von Augustus, mehrere FeldzĂŒge gegen die Germanen durch und unterwarf die Friesen, Chauken, Brukterer, Marser und Chatten. Trotz der Drusus-FeldzĂŒge gerieten aber die wenigsten GermanenstĂ€mme wirklich in dauerhafte römische AbhĂ€ngigkeit. Nachdem Drusus im SpĂ€tsommer 9 v. Chr. auf dem RĂŒckmarsch von der Elbe bei einem Sturz von seinem Pferd gestorben war, fĂŒhrte sein Bruder Tiberius die FeldzĂŒge im Jahr 8 v. Chr. erfolgreich zu Ende. Im Jahr 1 n. Chr. brach mit dem immensum bellum ein Aufstand aus, der erst in den Jahren 4 und 5 n. Chr. durch Tiberius beendet werden konnte. Die Römer begannen reprĂ€sentative römische StĂ€dte östlich des spĂ€teren Limes zu grĂŒnden, beispielsweise im heutigen Waldgirmes in Hessen. Der lateinische Name dieser Siedlung ist so wenig bekannt wie etwa die lateinischen Namen der Kastelle in Haltern, Anreppen oder Marktbreit am Main.

Ein letzter großer Feldzug im Jahre 6 sollte das Reich des Markomannenkönigs Marbod in Böhmen zerschlagen. Er war kein Gegner Roms, legte jedoch Wert auf seine UnabhĂ€ngigkeit. Eine Zerschlagung seines Reiches wĂ€re wahrscheinlich der Schlussstein der römischen Unterwerfung der Germanen gewesen. Von der Lippe ĂŒber das Land der Chatten, und dem Raum Wien Richtung Nordwesten bewegten sich zwei große römische MarschsĂ€ulen. Doch die Operation musste wegen eines ĂŒberraschenden, großen Aufstandes in Pannonien, dem heutigen Ungarn, abgebrochen werden.

Die Varusschlacht

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Varusschlacht

Nachdem der Widerstand der Germanen gebrochen schien, wurde Publius Quinctilius Varus damit beauftragt, in den Gebieten östlich des Rheins römisches Recht einzufĂŒhren und Steuern zu erheben. Als Statthalter war er gleichzeitig Oberbefehlshaber ĂŒber die rheinischen Legionen. Varus, der sich zuvor in der römischen Provinz Syrien den Ruf eines brutalen und korrupten Verwaltungsfachmanns erworben hatte, brachte die Germanen bald gegen sich auf. Gegner der Besatzung ließ er mit aller HĂ€rte des römischen Rechts bestrafen. Die von ihm eingefĂŒhrten Steuern wurden von den Germanen zudem als zutiefst ungerecht empfunden, da sie eine solche Abgabe nur fĂŒr Unfreie kannten.

Unter diesen UmstĂ€nden gelang es dem CheruskerfĂŒrst Arminius, der die römischen BĂŒrgerrechte und RitterwĂŒrden besaß, mehrere germanische StĂ€mme zu einen. Arminius nutzte das Vertrauen, das ihm Varus entgegenbrachte, aus und lockte diesen in einen Hinterhalt. In der darauffolgenden Schlacht („Varusschlacht“ oder „Schlacht im Teutoburger Wald“ genannt) verloren die Römer drei Legionen (etwa 18.000 LegionĂ€re, plus etwa 2.000 bis 3.000 zusĂ€tzliche Truppen). Laut den Überlieferungen des Sueton soll Augustus daraufhin ausgerufen haben: „Quinctili Vare, legiones redde!“ („Quintilius Varus, gib mir die Legionen zurĂŒck!“). Der römische Eroberungsversuch scheiterte damit im Jahre 9. Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst.

Die römisch-germanischen Beziehungen nach der Varusschlacht

Unter Germanicus unternahmen die Römer zwischen 14 und 16 n. Chr. weitere VorstĂ¶ĂŸe ĂŒber die Rheingrenze hinweg (Germanicus-FeldzĂŒge). Ob es sich dabei um Strafexpeditionen oder die Fortsetzung der römischen ExpansionsplĂ€ne handelte, ist umstritten.

In den Folgejahren kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern: Im Jahr 29 schlugen die Römer einen Aufstand der bis dahin römerfreundlichen Friesen nieder. Im Jahr 69 mussten sogar Truppen aus Spanien und Britannien fĂŒr VerstĂ€rkung herangezogen werden, um die Revolte der Bataver (Bataveraufstand) unter FĂŒhrung des Iulius Civilis niederzuschlagen.

83 entschloss sich Kaiser Domitian, die römische Grenze zwischen Rhein und Donau weiter gegen Norden zu verschieben. Nach Beendigung der Chattenkriege begannen die Römer mit dem Bau des Neckar-Odenwald-Limes, der im SĂŒden durch die so genannte Sibyllenspur, den Lautertal-Limes, mit dem Alblimes verbunden war, um die Grenzen zwischen Germanien (dem „Barbaricum“) und dem römischen Reich zu sichern. Im selben Zeitraum entstanden die Provinzen Germania superior (Obergermanien) und Germania inferior (Untergermanien).

Neueste Forschungen ab etwa 1995 deuten darauf hin, dass der Neckar-Odenwald-Limes nicht schon um 83/85 unter Domitian, sondern erst um 98 unter Kaiser Trajan angelegt wurde. Vor allem fehlt bis heute auch nach ĂŒber hundertjĂ€hriger Forschung ein zuverlĂ€ssig datierter römischer Fund von der Neckar-Odenwald-Linie vor dem Jahre 98, sei es eine Inschrift, ein MilitĂ€rdiplom oder ein dendrochronologisch datierbarer Holzfund. Außerdem passt der Neckar-Odenwald-Limes militĂ€rtechnisch zu anderen Anlagen aus der Zeit Kaiser Trajans, wĂ€hrend fĂŒr die Zeit Domitians Ă€hnliche Parallelen fehlen.

Um 122 wurde die römisch-germanische Grenze unter Kaiser Hadrian zwischen dem mittleren Neckar und der Donau bei Eining um etwa 20 bis 40 Kilometer nach Norden verschoben. Eine der letzten römischen Expansionen in Germanien, die Verschiebung des Neckar-Odenwald-Limes um rund 25 Kilometer nach Osten unter Kaiser Antoninus Pius, ist inzwischen recht sicher auf das Jahr 159 datierbar.

Die Markomannenkriege

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Markomannenkriege

Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. fanden zwei entscheidende VerĂ€nderungen rechts des Rheins statt: Zum einen schlossen sich die germanischen StĂ€mme zu GroßstĂ€mmen zusammen, zum anderen nahm der Druck verschiedener StĂ€mme auf die römischen Grenzen immer mehr zu.

Im Jahre 167 fielen die Markomannen, Quaden, Langobarden, Vandalen, Jazygen und weitere StĂ€mme in die römische Provinz Pannonien ein und lösten damit die Markomannenkriege (167 bis 180) aus. In insgesamt vier FeldzĂŒgen schlug der römische Kaiser Mark Aurel unter Aufbietung aller KrĂ€fte des Imperiums die Germanen. In der sehr unzuverlĂ€ssigen Historia Augusta wird erwĂ€hnt, dass die Römer planten, zwei neue Provinzen einzurichten; ob dies den Tatsachen entspricht, ist ungewiss. Damit wĂ€re jedenfalls das Vorfeld der Apenninhalbinsel auch in nordöstlicher Richtung nach gallischem Vorbild gesichert worden.

Viele Historiker sehen die Markomannenkriege als die Vorboten der großen Völkerwanderung. Ausgelöst wurde der zunehmende Bevölkerungsdruck auf die römischen Grenzen wohl durch die Wanderungen der Goten zum Schwarzen Meer und der Vandalen in Richtung Donau. Die Ursachen fĂŒr diese aufkommende Wanderbewegung germanischer StĂ€mme konnten bisher nicht geklĂ€rt werden, denkbar wĂ€ren zum Beispiel Hungersnöte.

Zwischen Markomannenkriegen und Völkerwanderung

Mit den Markomannenkriegen 166–180 unter Mark Aurel fĂŒhrten die Konflikte zwischen Germanen und Römern zu VerĂ€nderungen im KrĂ€fteverhĂ€ltnis. Als Mark Aurel 180 starb, waren die Germanen zwar geschlagen, aber nicht endgĂŒltig besiegt; der Erfolg war nur vorĂŒbergehender Natur. Mark Aurels Sohn Commodus kehrte zur Defensivpolitik des Augustus zurĂŒck und schloss FriedensvertrĂ€ge mit den Germanen. Auch die KrĂ€fte des Römischen Reiches waren erschöpft und die verwĂŒsteten Provinzen mussten restauriert werden.

Der Verzicht auf eine expansive Politik gegen Germanien unter Augustus, die sich auf die Grenzsicherung des Römischen Reiches konzentrierte, war den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die BĂŒndnisse mit einzelnen StĂ€mmen waren nicht von Bestand, da ein stabiles Königtum als zuverlĂ€ssiger Ansprechpartner noch nicht existierte. Auch der Limes reichte als Kontrollinstrument nicht aus, um die sich oft jĂ€hrlich wiederholenden EinfĂ€lle gewaltiger Völkermassen zu stoppen. Zudem geriet das Imperium in eine schwere Krise, die von der modernen Forschung als Reichskrise des 3. Jahrhunderts bezeichnet wird: Die meisten dieser Soldatenkaiser hielten sich nur fĂŒr kurze Zeit auf dem Thron, wĂ€hrend der Druck durch die germanischen GroßverbĂ€nde an Rhein und Donau auf der einen, am Euphrat durch das Sassanidenreich auf der anderen Seite stetig zunahm. Die nötige Trennung des Heeres in einen Teil zur Grenzsicherung und eine weitere mobile Eingreiftruppe erfolgte erst um 260 unter Kaiser Gallienus. Hauptmotiv der GermaneneinfĂ€lle war Ansiedlung im Römischen Reich, doch das Imperium wollte diesen Wunsch nicht erfĂŒllen. Es kam zum Wechselspiel von EinfĂ€llen, PlĂŒnderungen, Landnahme und spĂ€ter Usurpationen.

Im Dezember 2008 wurde bekannt, dass bei der Gemeinde Kalefeld in SĂŒd-Niedersachsen ein römisches Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert entdeckt wurde. 1800 ĂŒberwiegend militĂ€rische FundstĂŒcke wurden registriert. Die römischen MĂŒnzfunde belegen, dass die Schlacht um 235 stattgefunden hat. Die archĂ€ologischen Funde stĂŒtzen die der Fachwissenschaft schon lange Zeit bekannten Berichte, wonach es im 3. Jahrhundert zu römischen MilitĂ€roperationen im vorgelagerten Grenzgebiet kam.

Wanderungen und ReichsgrĂŒndungen

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Völkerwanderung

und

SpÀtantike

Die zur Zeit der sogenannten „Völkerwanderung“ weit wandernden germanischen Kriegergruppen gehörten vor allem zu den Ostgermanen – zum Beispiel die Burgunden, Gepiden, Goten, Langobarden und Vandalen. Zumeist gelangten sie als Foederaten in das Römische Reich, und als Westrom im 5. Jahrhundert zusammenbrach, fĂŒllten sie das Machtvakuum und bildeten eigene regna. Ihre ReichsgrĂŒndungen hatten jedoch zumeist keinen dauerhaften Bestand, und zudem bildeten die Krieger nur eine verschwindende Minderheit gegenĂŒber der romanisierten Bevölkerung; die ostgermanischen Sprachen sind daher heute ausgestorben. Die westlich der Elbe lebenden StĂ€mme – zum Beispiel die Franken, Sachsen und Angeln – waren vergleichsweise sesshaft. Ebenso die Nordgermanen, die erst im Mittelalter zur Zeit der Wikinger unter anderen Bedingungen ausgedehnte WanderungstĂ€tigkeiten entwickelten. Ihre Sprachen (westgermanische Sprachen und nordgermanische Sprachen) haben sich bis heute erhalten und weiterentwickelt.

In der Zeit der sogenannten Völkerwanderungcite-ref-70[70] grĂŒndeten germanische Krieger Reiche in Nordafrika, im heutigen Frankreich, in Italien, auf der Iberischen Halbinsel und Britannien. Die Germanen kannten meist kein Verwaltungsstaatswesen im römischen oder heutigen Sinne. Die Reiche der germanischen Krieger waren Ă€hnlich dem Personenverbandsstaat organisiert, vor allem wurden aber römische Verwaltungsmuster ĂŒbernommen, weshalb man heute eher von „poströmischen“ als von „germanischen“ Reichen spricht. Die Angehörigen eines Kriegerverbandes schworen ihrem rex Treue und waren damit an sein Reich gebunden. Der „Staat“ (wobei nicht der moderne Terminus von Staatlichkeit zugrunde gelegt werden darf) wurde nicht ĂŒber eine rĂ€umliche Ausdehnung definiert, sondern ĂŒber seine Menschen und deren Stellung zum Herrscher. Deshalb waren die Reiche stark mit dem jeweiligen Herrscher bzw. warlord verbunden, und sein Tod bedeutete oft auch den Untergang des Reiches.

Allerdings traten auch zahlreiche Germanen (einzeln oder in Gruppen) in römische Dienste und kĂ€mpften anschließend auch gegen ihre alten Stammesgenossen. Viele dieser Germanen stiegen im römischen MilitĂ€r auf, wobei die germanischstĂ€mmigen Heermeister teils eine unrĂŒhmliche Rolle spielten, vor allem im Weströmischen Reich. Viele wiederum standen aber durchaus loyal zum Kaiser (wie etwa Stilicho, Bauto oder Fravitta). WĂ€hrend im Oströmischen Reich der Kaiser die Kontrolle ĂŒber das MilitĂ€r behalten konnte, konnte im Westen nur noch mit den „Barbaren“ regiert werden.

Burgundenreich

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Burgunden

Nach dem RĂŒckzug der Römer ĂŒberschritten ab 406 die Burgunden zusammen mit den Vandalen den Rhein und ließen sich als römische Bundesgenossen in Mogontiacum (Mainz), Vicani Altiaienses (Alzey) und Borbetomagus (Worms) nieder. Das Gebiet wurde ihnen vertraglich zugesichert. Nach einem Einfall in die römische Provinz Belgica 435 zerstörte im darauffolgenden Jahr der weströmische Heermeister AĂ«tius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen das Burgundenreich – bis ins SpĂ€tmittelalter blieb die Erinnerung an dieses Ereignis in der Nibelungensage erhalten. Die verbliebenen Burgunden wurden durch Rom ins Gebiet des Rhone-Tals umgesiedelt und grĂŒndeten dort spĂ€ter ein neues Reich, das 532 im FrĂ€nkischen Reich aufging und dort neben Austrien und Neustrien einen eigenen Reichsteil bildete.

England

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Die Angelsachsen, Anfang der Besiedelung Britanniens und Siedlungsgeschichte in England

Nach dem Zusammenbruch der Rheingrenze 406/407 wurden die Legionen aus Britannien abgezogen und die römische PrĂ€senz auf der Insel erlosch vollstĂ€ndig. Die romano-britische Bevölkerung warb zum Schutz angelsĂ€chsische Söldner an. Gruppierungen der Angeln, Sachsen und JĂŒten siedelten sich im östlichen Teil der Insel an und vertrieben teilweise die keltische Bevölkerung, die im Laufe der Zeit immer weiter nach Westen abgedrĂ€ngt wurde. Bis zum Ende des 7. Jahrhunderts hatten die Angelsachsen den grĂ¶ĂŸten Teil der Insel unterworfen und konnten ihre Herrschaft auch gegen die spĂ€teren WikingereinfĂ€lle behaupten, bis England 1066 durch die Normannen erobert wurde.

Frankenreich

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FrÀnkisches Reich

Bereits seit Beginn des 4. Jahrhunderts waren am nordöstlichen Ende Galliens Franken (spĂ€ter auch Salfranken) als Föderaten angesiedelt worden. Ende des 4. Jahrhunderts kam es wiederholt zu Kampfhandlungen zwischen Franken und Römern (siehe Marcomer). Nach dem Tode des weströmischen Heermeisters AĂ«tius, der 436 das Burgundenreich zerstörte und 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern die Hunnen stoppte, wurde das Gebiet durch Westrom praktisch nicht mehr kontrolliert. Nach dem Zusammenbruch 476 existierte im Norden Galliens im Gebiet um Soissons ein römisches Restreich unter dem Statthalter Syagrius, dem Sohn des Heermeisters Aegidius. 486/487 besiegten die Salfranken unter dem Merowinger Chlodwig I. Syagrius in der Schlacht von Soissons. Dadurch verschob sich die Grenze des durch die Franken kontrollierten Gebiets bis an die Loire. Chlodwig, der zuerst nur einer von mehreren frĂ€nkischen Kleinkönigen war, beseitigte die anderen Teilkönigreiche. Er sah sich selbst in der KontinuitĂ€t römischer Herrschaft, ĂŒbernahm die römischen Verwaltungsinstitutionen, trat zum katholischen Glauben ĂŒber und sicherte sich seinen Einfluss auf die Kirche. MilitĂ€rische Siege 496 und 506 gegen die Alamannen sowie 507 gegen die Westgoten in der Schlacht von VouillĂ© trugen zur weiteren Expansion frĂ€nkischer Herrschaft bei. Die Politik des Frankenreichs blieb auch weiterhin feindlich gegen die letzten unabhĂ€ngigen germanischen Gentes. Aus der Verschenkung eroberten Grundbesitzes durch den König entwickelte sich das Lehnswesen. Im frĂŒhen 6. Jahrhundert (nach 507) entstand die lateinische Sammlung des Volksrechts der Franken Lex Salica. Das Reich von Soissons wird als Neustrien Bestandteil des FrĂ€nkischen Reichs, das bis zu seiner Teilung 843 im Vertrag von Verdun die bestimmende Großmacht in Mittel- und Westeuropa war.

Gotenreiche

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Goten

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Westgotenreich

und

Theoderich der Große

Um 150 bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts dehnten sich die Goten entlang Weichsel und Dnister bis zum Schwarzen Meer aus. Um 290 kam es zur Trennung der Goten in Terwingen und Greutungen; beide sind nicht völlig deckungsgleich mit den spĂ€teren West- und Ostgoten. In SĂŒdrussland errichteten die Greutungen ein Reich, ĂŒber dessen GrĂ¶ĂŸe und inneren Aufbau wenig bekannt ist. Die Terwingen rĂŒckten in das von den Römern unter Aurelian aufgegebene Dakien ein und ließen sich dort nieder.

Die Goten lagen hÀufig mit den Römern im Konflikt, wurden jedoch nie unterworfen und besiegten 252 sogar ein römisches Heer. Durch den Einfall der Hunnen aus den asiatischen Steppen um 375 n. Chr. wurde das Reich der Greutungen zerstört bzw. fiel an die Hunnen. Die Greutungen zogen nach Westen und siedelten im Raum des heutigen Ungarn. Fortan standen sie unter Waffengefolgschaft der Hunnen und zogen 451 bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Westgoten und Burgunder zu Felde.

488 zog der ostgotische König Theoderich mit den sich nun formierten Ostgoten nach Italien und besiegte den dortigen germanischen Herrscher Odoaker. Theoderich grĂŒndete daraufhin ein neues ostgotisches Reich in Italien, welches aber bald nach seinem Tod unterging.

Die Terwingen hingegen hatten sich dem hunnischen Zugriff entzogen und sich 376 ĂŒber die Donau ins römische Reich abgesetzt. Dort wurden sie angesiedelt, rebellierten aber bald darauf, was zur Schlacht von Adrianopel 378 fĂŒhrte, in der Kaiser Valens und der Großteil des römischen Bewegungsheeres im Osten untergingen. Erst Theodosius I. schloss 382 einen Vertrag, der ihnen weitgehende Rechte einrĂ€umte. Nach dem Tod des Kaisers Theodosius im Jahre 395 plĂŒnderte der Gote Alarich I. mit seinem Heer die römischen Provinzen; 410 eroberte er sogar Rom. Im Jahre 418 wurden die Terwingen, die sich nun endgĂŒltig zu den Westgoten formiert hatten, in Aquitanien angesiedelt, wo sie das Westgotenreich grĂŒndeten. Sie dehnten ihren Machtbereich auch auf die Iberische Halbinsel aus und verlagerten im frĂŒhen 6. Jahrhundert den Schwerpunkt dorthin. Im frĂŒhen 8. Jahrhundert wurde das Westgotenreich durch die Invasion der Mauren vernichtet.

Die Langobarden

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Langobarden

und

Langobardenfeldzug

Nach der Eroberung des Gepidenreichs 567 wurden die Langobarden durch die Awaren verdrĂ€ngt und eroberten unter König Alboin Norditalien mit der Hauptstadt Pavia und weitere Gebiete in Mittel- und SĂŒditalien. Die anderen Regionen blieben unter Kontrolle des oströmischen Reiches. Diese Landnahme gilt als Abschluss der spĂ€tantiken Völkerwanderung. König Authari (584–590) trat vom arianischen zum katholischen Glauben ĂŒber. Erst 662 verdrĂ€ngt der Katholizismus den Arianismus offiziell – gleichzeitig mit dem Vordringen des Islam. Karl der Große eroberte 774 Pavia unter dem letzten Langobardenkönig Desiderius und ließ sich selbst zum König der Langobarden krönen. Im SĂŒden blieb das Herzogtum Benevent bis zur Eroberung durch die Normannen im 11. Jahrhundert selbststĂ€ndig. Der Name „Langobarden“ ist in der Bezeichnung Lombardei (ital. Lombardia), fĂŒr eine norditalienische Region, bis heute erhalten geblieben.

Nordeuropa
Reich der Vandalen

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Das vandalische Königreich in Nordafrika

Im Jahre 406 fielen die Vandalen gemeinsam mit anderen germanischen StĂ€mmen nach Gallien ein. Drei Jahre spĂ€ter hatten sie die Iberische Halbinsel erreicht. Unter König Geiserich drangen sie 429 zusammen mit Alanen nach Nordafrika vor und eroberten die dortigen römischen Provinzen. Hippo Regius – wĂ€hrend der Belagerung starb Augustinus von Hippo – war bis 439 Hauptstadt. Mit der Eroberung von Africa Proconsularis wurde Karthago Hauptstadt und die dortige römische Flotte wurde erbeutet. In der Folgezeit wurden zahlreiche Mittelmeerinseln erobert und 455 Rom geplĂŒndert und besetzt. Der oströmische Kaiser Zenon erkannte die Herrschaft der Vandalen 474 an. Im Jahre 477 wurde Hunerich der Nachfolger von Geiserich und es kam ab 483 zu Verfolgungen der Katholiken durch die arianischen Vandalen. Erst 523 wurde fĂŒr kurze Zeit unter Hilderich die katholische Religion wieder zugelassen. 534 eroberte der oströmische Feldherr Belisar im Auftrag Justinians das Vandalenreich und beendete deren Herrschaft.

Das Ende der kaiserzeitlichen archÀologischen Kulturen östlich der Elbe

Über den Niedergang der germanischen Besiedlung des ostelbischen Raums gibt es wenig historische Quellen. Es muss auf archĂ€ologische Untersuchungen zurĂŒckgegriffen werden. In der ersten HĂ€lfte des 5. Jahrhunderts ist auf polnischem Gebiet noch eine intensive Besiedlung durch die letzte Entwicklungsphase der Przeworsker Kultur nachweisbar. Das Gebiet stand in regen Beziehungen zum Reich von Attila (mittlerer Donauraum) und hatte wahrscheinlich auch eine gewisse politische Bedeutung („FĂŒrstengrab“ von Jakuszowice). Das Ende dieser Kultur lĂ€sst sich um die spĂ€te Mitte des 5. Jahrhunderts datieren. Bereits davor brechen die kaiserzeitlichen Spuren auf ukrainischem Gebiet ab. Die Gebiete der Slowakei, MĂ€hrens, Niederösterreichs, Böhmens und Ungarns weisen fĂŒr das 5. Jahrhundert eine intensive germanische Besiedlung auf. SpĂ€tere Funde germanischer Kulturen sind in der Slowakei nicht mehr zu finden. Bereits die frĂŒhen donaulĂ€ndischen BĂŒgelfibeln sind dort selten zu finden. Die GoldmĂŒnzfunde aus dem 6. Jahrhundert fehlen bis auf eine Ausnahme ganz. Die gepidische Besiedlung ist fĂŒr das 6. Jahrhundert auf dem Gebiet Ostungarns nachweisbar, jedoch nicht in der Ostslowakei. Im nordöstlichen Teil MĂ€hrens enden die germanischen Funde zu Beginn des 6. Jahrhunderts. In den anderen Regionen, in Niederösterreich und der SĂŒdslowakei westlich der Kleinen Karpaten ist die langobardische Besiedlung nachweisbar. Diese Besiedlung nimmt zur Mitte des 6. Jahrhunderts hin ab, als die Langobarden Pannonien besetzten. FĂŒr Böhmen wird bis nach der Mitte des 6. Jahrhunderts eine germanische Besiedlung vermutet. Über diese BesiedlungsbrĂŒcke könnten die Kontakte des mitteldeutschen Raums mit dem mittleren Donauraum verlaufen sein.

Die genannten Gebiete wurden nachfolgend von den Slawen besiedelt. Der Charakter dieser Landnahme ist nicht zweifelsfrei zu klĂ€ren. Die KĂ€mpfe mit den Bayern (593 und 595) oder die EinfĂ€lle in ThĂŒringen im 7. Jahrhundert legen verheerende EinfĂ€lle mit anschließender Eroberung nahe. Jedoch waren auch Gebiete (Schlesien, Slowakei) möglicherweise einige Zeit unbewohnt, bevor sie durch die Slawen besetzt wurden. Die gerĂ€umten Gebiete sind oft sehr fruchtbar gewesen und die Motive fĂŒr die Aufgabe der germanischen Besiedlung bleiben unklar. Allerdings blieb wohl teilweise eine germanische Restbevölkerung zurĂŒck, die aber in der Folgezeit slawisiert wurde. Mit dem Abzug der Langobarden nach Italien im Jahre 568 und dem Erscheinen der Awaren ergaben sich dann fĂŒr die slawische Landnahme neue Möglichkeiten.cite-ref-71[71]

Quellen

Antike Autoren

‱ Caesar (Gallischer Krieg 6,21)
‱ Plutarch (Caesar 19)
‱ Appian (Römische Geschichte 1,4,3)
‱ Strabon (Geographie 7,2)
‱ Plinius der Ältere (in den verlorenen Bellis Germaniae; Naturalis historia 3, 4)
‱ Tacitus (Germania 9,39,40,43; Annalen 1,51; 2,12; 13,55 und 57; Historien 4,14; 4,22; 4,61; 4,65; 4,73; 5,22 ff.)
‱ Sueton (Vitellius 14, Domitian 16)
‱ Sozomenos (Kirchengeschichte 6,37)
‱ Claudian (Panegyrici Consul. Stilichonis 1, 288; Bell. get. 528, 542)
‱ Orosius (Historiae adversum Paganos 5, 16)
‱ Ammianus Marcellinus (Res Gestae 14,9; 25,5,17)
‱ Agathias (2,6; 28,5)
‱ Prokopios von Caesarea (Gotenkrieg 2,4 ff.; 15,25)

Übersetzungen

Sammlungen

‱ Hans-Werner Goetz, Karl-Wilhelm Welwei (Hrsg.): Altes Germanien. AuszĂŒge aus den antiken Quellen ĂŒber Germanen und ihre Beziehungen zum römischen Reich. Quellen der Alten Geschichte bis zum Jahre 238 n. Chr. Latein/griechisch/deutsch. Zwei Teile. Darmstadt 1995.
‱ Hans-Werner Goetz, Steffen Patzold, Karl Wilhelm Welwei (Hrsg.): Die Germanen in der Völkerwanderung. AuszĂŒge aus den antiken Quellen ĂŒber die Germanen von der Mitte des 3. Jahrhunderts bis zum Jahre 453 n. Chr. Latein/griechisch/deutsch. Zwei Teile. Darmstadt 2006 und 2007.

‱ als vollstĂ€ndige Sonderausgabe (nur ĂŒber die Wissenschaftliche Buchgesellschaft zu beziehen): Hans-Werner Goetz, Steffen Patzold, Karl-Wilhelm Welwei (Hrsg.): Die Germanen. WBG, Darmstadt 2013.

‱ Joachim Hermann (Hrsg.): Griechische und lateinische Quellen zur FrĂŒhgeschichte Mitteleuropas bis zur Mitte des 1. Jahrtausends unserer Zeit. Vier BĂ€nde. Akademie Verlag, Berlin (Ost) 1988–1992.

Einzelne Autoren

‱ Augustus: Res Gestae Divi Augusti (Meine Taten). Lateinisch/griechisch/deutsch. DĂŒsseldorf und ZĂŒrich 1999, ISBN 3-7608-1511-1.
‱ Julius Caesar: Der Gallische Krieg. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-009960-9.
‱ Beda Venerabilis: Ecclesiastica gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes). Hrsg. und ĂŒbers. von G Spitzbart, zweite Auflage, Darmstadt 1997.
‱ Jordanes: Gotengeschichte nebst AuszĂŒgen aus seiner Römischen Geschichte. Übersetzt von Wilhelm Martens, hrsg. von Alexander Heine, Essen und Stuttgart 1985 (ursprĂŒnglich 1914).
‱ Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Vier BĂ€nde. Übersetzt und kommentiert von W. Seyfahrt, zweite Auflage, Darmstadt 1978.
‱ Velleius Paterculus: Historia Romana. Römische Geschichte. Lateinisch/deutsch. Übersetzt und hrsg. von Marion Giebel, 1989; bibliographisch ergĂ€nzte Ausgabe: Reclam, Stuttgart 1998, ISBN 3-15-008566-7.
‱ Publius Cornelius Tacitus: Annalen. Lateinisch–Deutsch. Hrsg. von Erich Heller. Mit einer EinfĂŒhrung von Manfred Fuhrmann (= Sammlung Tusculum), dritte Auflage, DĂŒsseldorf und ZĂŒrich 1997.
‱ Publius Cornelius Tacitus: Germania (De origine et situ Germanorum liber). Lateinisch/Deutsch. Übersetzt, erlĂ€utert und mit einem Nachwort herausgegeben von Manfred Fuhrmann. Reclam, Stuttgart 1972, Neuauflage mit aktualisierter Bibliographie 2000, ISBN 3-15-009391-0.

Literatur

‱ Karl Banghard: Die wahre Geschichte der Germanen. PropylĂ€en Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-549-10090-5.
‱ Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer, Dietrich Hakelberg (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung „germanisch-deutsch“. Sprache und Namen, Geschichte und Institutionen. (= ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Band 34). Berlin u. a., 2004, ISBN 3-11-017536-3.cite-ref-72[72]
‱ Heinrich Beck (Hrsg.): Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. UngekĂŒrzte Studienausgabe des Artikels aus dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin 1998, ISBN 3-11-016383-7.
‱ Helmut Birkhan: Germanen und Kelten bis zum Ausgang der Römerzeit. Band 1: Der Aussagewert von Wörtern und Sachen fĂŒr die frĂŒhesten keltisch-germanischen Kulturbeziehungen. (= Sitzungsberichte Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Band 272). Böhlau, Wien 1970.
‱ Bruno Bleckmann: Die Germanen. Von Ariovist bis zu den Wikingern. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-58476-3.
‱ Maureen Carroll-Spillecke: Römer, Kelten und Germanen. Leben in den germanischen Provinzen Roms. Darmstadt 2003, ISBN 3-534-17426-7.
‱ Wolfram Euler, Konrad Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen. Abriss des FrĂŒhurgermanischen vor der Ersten Lautverschiebung. 2. Auflage. Inspiration Un Ltd., London / Berlin 2021, ISBN 978-3-945127-27-8.
‱ Thomas Fischer: Gladius. Roms Legionen in Germanien. C.H. Beck, MĂŒnchen 2020.
‱ Uta von Freeden, Siegmar von Schnurbein (Hrsg.): Spuren der Jahrtausende. ArchĂ€ologie und Geschichte in Deutschland. Theiss, Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1337-2 (Zugleich: Germanica. Unsere Vorfahren von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Weltbild, Augsburg 2006, ISBN 3-8289-0581-1).
‱ Vilhelm GrĂžnbech: Kultur und Religion der Germanen. Aus dem DĂ€nischen von Ellen Hoffmeyer. Reprint nach der 13. Auflage. Reprint-Verlag-Leipzig, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-8262-3013-4.
‱ Otto Holzapfel: Die Germanen. Mythos und Wirklichkeit. (= Herder Spektrum. Nr. 5104). Herder, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-451-05104-4.
‱ Arnulf Krause: Die Geschichte der Germanen. Campus, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-36885-4.
‱ Karl Reinhard Krierer: Antike Germanenbilder. (= ArchĂ€ologische Forschungen. Band 11). Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3239-5.
‱ Ernst KĂŒnzl: Die Germanen. Geheimnisvolle Völker aus dem Norden. 2., erweiterte Auflage. wbg Theiss, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8062-4045-0.
‱ Bruno KrĂŒger (Hrsg.): Die Germanen – Geschichte und Kultur der germanischen StĂ€mme in Mitteleuropa. (= Veröffentlichungen des Zentralinstituts fĂŒr Alte Geschichte und ArchĂ€ologie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Band 4). 2 BĂ€nde. 4. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1983.
‱ Walter Pohl: Die Germanen. (= EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte. Band 57). 2. Auflage. MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-56755-1.
‱ Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9.
‱ Alexander Rubel: Religion und Kult der Germanen. Kohlhammer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-029266-6.
‱ Ernst Schwarz: Germanische Stammeskunde. Heidelberg 1956, Nachdruck 2010: ISBN 978-3-938586-10-5, ISBN 978-3-938586-10-5.
‱ Rudolf Simek: Die Germanen. Reclam-Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-018772-2.
‱ Rudolf Simek: Religion und Mythologie der Germanen. WBG, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-16910-7.
‱ Heiko Steuer: „Germanen“ aus Sicht der ArchĂ€ologie. 2 BĂ€nde. De Gruyter, Berlin/New York 2021, ISBN 978-3-11-069973-9
‱ Ake V. Ström, Haralds Biezais: Germanische und Baltische Religion. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-17-001157-X.
‱ Klaus Tausend: Im Inneren Germaniens. Beziehungen zwischen den germanischen StĂ€mmen vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. (= Geographica Historia. Band 25). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-515-09416-0.
‱ JĂŒrgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Berlin 1994, ISBN 3-11-014138-8.
‱ Matthias Wemhoff, Gabriele Uelsberg: Germanen. Eine archĂ€ologische Bestandsaufnahme. (= Begleitband zur gleichnamigen Sonderausstellung des Museums fĂŒr Vor- und FrĂŒhgeschichte Berlin und des LVR-Landesmuseums Bonn). wbg Theiss, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8062-4261-4.
‱ Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. 2., unverĂ€nderte Auflage. Böhlau, Köln/Wien 1977, ISBN 3-412-00177-5.
‱ Reinhard Wenskus: Über die Möglichkeit eines allgemeinen interdisziplinĂ€ren Germanenbegriffs. In: Heinrich Beck (Hrsg.) Germanenprobleme aus heutiger Sicht. (= ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 1). de Gruyter Berlin/New York 1986, ISBN 3-11-010806-2, S. 1–21.
‱ Herwig Wolfram, Gabriele Uelsberg: Das Römerreich und seine Germanen. Eine ErzĂ€hlung von Herkunft und Ankunft. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2018, ISBN 978-3-412-50767-1.
‱ Herwig Wolfram: Die Germanen. (= Beck’sche Reihe. Nr. 2004). 10., durchgesehene Auflage. C.H. Beck, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-406-72734-4.

Weblinks

Commons

: Germanen

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Germane

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Literatur von und ĂŒber Germanen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Tacitus: Germania (lateinisch und deutsche Übersetzung)
‱ Germanen: Unterwegs zu höherer Zivilisation von Hermann Ament, 1997
‱ Wie lebten die Germanen? VielfĂ€ltige Dokumentation auf arte.tv
‱ Germanen-Bibliographie
‱ Interview mit JĂŒrgen Udolph
‱ Reto Marti: Germanen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
‱ Filmserie Germanen im SĂŒdwesten bei Planet Schule

Anmerkungen

cite-note-11. ↑ Siehe etwa die BeitrĂ€ge in: Matthias Friedrich; James M. Harland (Hrsg.): Interrogating the 'Germanic'. A Category and its Use in Late Antiquity and the Early Middle Ages. Berlin: de Gruyter 2020.
cite-note-strabon-7-1-2-22. ↑ Strabon, Geographie 7, 1, 2. Strabon versteht den Germanennamen dabei bezeichnenderweise als „die echten Gallier“ (áœĄÏ‚ ጂΜ ÎłÎœÎ·ÏƒÎŻÎżÏ…Ï‚ Î“Î±Î»ÎŹÏ„Î±Ï‚ Ï†ÏÎŹÎ¶Î”ÎčΜ ÎČÎżÏ…Î»ÏŒÎŒÎ”ÎœÎżÎč).
cite-note-33. ↑ Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, MĂŒnchen 2000, S. 434.
cite-note-44. ↑ Wolfram Euler und Konrad Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen. Abriss des Protogermanischen vor der Ersten Lautverschiebung. Inspiration Un Limited, Hamburg und London 2009, S. 12.
cite-note-55. ↑ Vgl. Franz Schön: Germanen sind wir gewesen?. In: Eckart Olshausen, Holger Sonnabend (Hrsg.): „Trojaner sind wir gewesen“ – Migrationen in der antiken Welt. Stuttgart 2002, S. 167 ff., hier S. 172.
cite-note-66. ↑ Poseidonios von Apameia, Historien, Buch 30. Auch der Text des Poseidonios ist allerdings nur durch ein Zitat bei Athenaios (um 190 n. Chr.) belegt. Vgl. Gustav StĂŒmpel: Name und NationalitĂ€t der Germanen. Eine neue Untersuchung zu Poseidonios, Caesar und Tacitus. Dieterich, Leipzig 1932; Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998, S. 181–245, hier S. 183 (Artikel abgerufen ĂŒber GAO bei De Gruyter Online).
cite-note-77. ↑ Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 2, 4, 4. Vgl. Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998, S. 181–245, hier S. 184 f. (Artikel abgerufen ĂŒber GAO bei De Gruyter Online), v. Petrikovits S. 89.
cite-note-88. ↑ Gaius Iulius Caesar, Commentarii de bello Gallico 6, 21–28.
cite-note-99. ↑ Mischa Meier: Caesar hat die Germanen erfunden – oder doch nicht? In: Martin Langebach (Hrsg.): Germanenideologie. Einer völkischen Weltanschauung auf der Spur. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 2020, S. 15–38, hier S. 15 und 29.
cite-note-1010. ↑ Walser; dagegen Wiegels, Sp. 955. Vgl. Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998, S. 181–245, hier S. 188 (Artikel abgerufen ĂŒber GAO bei De Gruyter Online).
cite-note-1111. ↑ Hermann Reichert: Linksrheinische Germanen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 18, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2001, ISBN 3-11-016950-9, S. 486. (Artikel abgerufen ĂŒber GAO bei De Gruyter Online.)
cite-note-1212. ↑ Cicero, De provinciis consularibus 32–33.
cite-note-1313. ↑ Pomponius Mela, De chorographia 3, 3, 25.
cite-note-1414. ↑ Plinius, Naturalis historia 3, 25.
cite-note-1515. ↑ Plutarch, Marius 11, 4.
cite-note-1616. ↑ Tacitus, Germania 2, 5. Vgl. Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998, S. 181–245, hier: S. 184.
cite-note-1717. ↑ Hermann Reichert: Linksrheinische Germanen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 18, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2001, ISBN 3-11-016950-9, S. 484. (Artikel abgerufen ĂŒber GAO bei De Gruyter Online.)
cite-note-1818. ↑ Reinhard Wenskus: Über die Möglichkeit eines allgemeinen interdisziplinĂ€ren Germanenbegriffs. In: Heinrich Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht. Berlin und New York 1986, S. 1–21, hier S. 13.
cite-note-1919. ↑ Tacitus, Germania 2, 2.
cite-note-2020. ↑ Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Köln et al. 1977, S. 267.
cite-note-2121. ↑ Herwig Wolfram: Die Germanen. Achte Auflage, MĂŒnchen 2005, S. 23.
cite-note-2222. ↑ Jörg Jarnut: Germanisch. PlĂ€doyer fĂŒr die Abschaffung eines obsoleten Zentralbegriffs der FrĂŒhmittelalterforschung. In: Walter Pohl (Hrsg.): Die Suche nach den UrsprĂŒngen. Von der Bedeutung des frĂŒhen Mittelalters. Wien 2004, S. 107 ff.
cite-note-2323. ↑ Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998. S. 181–245, hier: S. 191.
cite-note-2424. ↑ Wolfram Euler und Konrad Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen, S. 31 ff.
cite-note-2525. ↑ Vgl. dazu Heinrich Beck (Hrsg.): Germanenprobleme in heutiger Sicht. Berlin/New York 1986; Heinrich Beck, Heiko Steuer, Dieter Timpe (Hrsg.): Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. Berlin/New York 1998; Ernst Wolfgang Böckenförde: Die deutsche verfassungsgeschichtliche Forschung im 19. Jahrhundert. Berlin 1961; Stefanie Dick: Der Mythos vom „germanischen“ Königtum. Berlin/New York 2008, S. 2–17; Otto Holzapfel: Die Germanen. Mythos und Wirklichkeit. Basel/Freiburg/Wien 2001; Klaus von See: Deutsche Germanen-Ideologie vom Humanismus bis zur Gegenwart. Frankfurt am Main 1970; ders.: Barbar, Germane, Arier. Heidelberg 1994
cite-note-2727. ↑ Wolfram Euler und Konrad Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen, S. 30–36.
cite-note-2828. ↑ Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin/New York 1998. S. 181–245, hier S. 192.
cite-note-2929. ↑ Elmar Seebold: Sprache und Schrift. In: Heinrich Beck (Hrsg.) unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter und red. Leitung von Rosemarie MĂŒller: Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. UngekĂŒrzte Studienausgabe des Artikels aus dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin 1998, ISBN 3-11-016383-7. S. 99 ff.
cite-note-3030. ↑ Klaus DĂŒwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart 2003. S. 1–11
cite-note-3131. ↑ Heiko Uecker: Germanische Heldensage. Metzler, Stuttgart 1972. S. 16
cite-note-3232. ↑ Klaus DĂŒwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart 2003, S. 178, 203.
cite-note-3333. ↑ Wilhelm Streitberg: Gotisches Elementarbuch. Carl Winter, Heidelberg 1909. S. 21–39
cite-note-3434. ↑ Siehe hierzu: Das Privatleben der Germanen, in De origine et situ germanorum liber, Kap. 16–27, mit deutschsprachiger Übersetzung im Portal gottwein.de, abgerufen am 7. September 2013.
cite-note-3535. ↑ Rainer Wiegels: Rechtsrheinische Germanen. In: Der Neue Pauly. Bd. 4, Stuttgart 1989, Sp. 955–957, hier Sp. 956.
cite-note-3636. ↑ Seit der grundlegenden Arbeit von Stefanie Dick (Der Mythos vom „germanischen“ Königtum. Berlin und New York 2008) können die Ă€lteren Auffassungen von einem „sakral fundierten Volkskönigtum“ (ebd., S. 3), das spĂ€ter vom Heerkönigtum abgelöst worden sei, als widerlegt gelten; die grundlegenden Literaturangaben dazu: ebd., S. 1 f. Das Heerkönigtum als Herrschaftsform ist aber kaum zu bezweifeln.
cite-note-3737. ↑ Siehe zum frĂŒhesten Königtum auch Schlesinger, Verfassungsgeschichte sowie kritisch dazu Dick, Mythos.
cite-note-3838. ↑ Res gestae 32, 1. Strabon (7, 1, 4) nennt ihn áŒ ÎłÎ”ÎŒáżŽÎœ.
cite-note-3939. ↑ Herwig Wolfram: Die Germanen. 8. Auflage, MĂŒnchen 2005, S. 77.
cite-note-4040. ↑ Tacitus, Annalen 2, 46.
cite-note-4141. ↑ Herwig Wolfram: Die Germanen. Achte Auflage, MĂŒnchen 2005, S. 41.
cite-note-4242. ↑ Tacitus, Annalen 2,88.
cite-note-4343. ↑ Strabon, Geographie 7, 1, 3.
cite-note-4444. ↑ Mario Alinei: Origini delle lingue d’Europa. Band 2. Il Mulino, Bologna 2000, S. 364. In der ĂŒbrigen Indogermania finden sich fĂŒr beide Wurzeln Entsprechungen in lat. rota einerseits, andererseits gr. kĂœklos (ÎșύÎșÎ»ÎżÏ‚).
cite-note-4545. ↑ Swantje Bergmann: Eicheln als Nahrungsmittel – AlltĂ€gliches Nahrungsmittel oder Indikator fĂŒr Nahrungsknappheiten? In: Frank M. Andraschko, Barbara Kraus, Birte Meller (Hrsg.): ArchĂ€ologie zwischen Befund und Rekonstruktion: Ansprache und Anschaulichkeit; Festschrift fĂŒr Prof. Dr. Renate Rolle zum 65. Geburtstag. Kovač, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-2711-9, S. 327–338.
cite-note-4646. ↑ Eva Crane: The archaeology of beekeeping. Duckworth, London 1983.
cite-note-4747. ↑ Edgar C. PolomĂ©: Germanentum und religiöse Vorstellungen. In: Heinrich Beck (Hrsg.): Germanenprobleme in heutiger Sicht. de Gruyter, Berlin und New York 1986. S. 267 ff.
cite-note-4848. ↑ Åke V. Ström, Haralds Biezais: Germanische und baltische Religion (= Die Religionen der Menschheit. Band 19,1). Kohlhammer, Stuttgart 1975, S. 79.
cite-note-4949. ↑ Behm-Blancke (welches Werk?), S. 363 ff.; Simek: Religion und Mythologie der Germanen, S. 42 ff.
cite-note-5050. ↑ Walter Baetke: Wörterbuch zur Altnordischen Prosaliteratur. Berlin 21976, S. 59, s. v. blĂłt, blĂłtan; Philippson, S. 192.
cite-note-5151. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin und New York 1998. S. 388–395, hier S. 391.
cite-note-5252. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin und New York 1998. S. 388–395, hier S. 392.
cite-note-5353. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin und New York 1998. S. 388–395, hier S. 393.
cite-note-5454. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung, In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 11, Berlin und New York 1998. S. 388–395, hier S. 393.
cite-note-5555. ↑ Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Köln u. a. 1977.
cite-note-5656. ↑ Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. Stuttgart u. a. 2002.
cite-note-5757. ↑ So Gaius Asinius Quadratus, zitiert von dem byzantinischen Historiker Agathias (6. Jahrhundert).
cite-note-5858. ↑ Eintrag „Allemann“, in: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1961, Band 1, Sp. 218.
cite-note-5959. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 37 f.
cite-note-6060. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 74.
cite-note-6161. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 106.
cite-note-6262. ↑ Vgl. Artikel Goten, In: RGA. Bd. 12, S. 412.
cite-note-6363. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 171.
cite-note-6464. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 183.
cite-note-6565. ↑ Eutrop erwĂ€hnt zwar aufstĂ€ndische Sachsen fĂŒr das Jahr 285, in dem Kaiser Marcus Aurelius Carinus ermordet wurde (Eutrop, Breviarium 9,21). Eutrops Text entstand aber erst zwischen 364 und 380 n. Chr., allerdings auf Grundlage guter Quellen. Eine zeitnahe Anspielung findet sich wohl bereits im Panegyricus von 297, siehe Klaus-Peter Johne: Die Römer an der Elbe. Berlin 2006, S. 287 f.
cite-note-6666. ↑ Vgl. Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004, S. 17–31.
cite-note-6767. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 238
cite-note-6868. ↑ Harald Haarmann: Lexikon der untergegangenen Völker. MĂŒnchen 2005, S. 267.
cite-note-6969. ↑ Hermann Ament: Die Germanen, in: Die Zeit. Welt- und Kulturgeschichte, Hamburg 2006, Bd. 3, S. 371 f.
cite-note-7070. ↑ Zur komplexen Forschungslage der Völkerwanderung (einem hochproblematischen Forschungsbegriff, da in diesem Zusammenhang nie einheitliche „Völker“ migrierten, sondern zumeist recht heterogene KampfverbĂ€nde) und der Auflösung Westroms (stark mitverschuldet durch innerrömische BĂŒrgerkriege) siehe nun vor allem Mischa Meier: Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert. MĂŒnchen 2019.
cite-note-7171. ↑ Kazimierz GodƂowski: Das Aufhören der germanischen Kulturen an der mittleren Donau. In: Jan Bemmann, MichaƂ Parczewski (Hrsg.): FrĂŒhe Slawen in Mitteleuropa. Wachholtz-Verlag, NeumĂŒnster 2005, S. 141–148.
cite-note-7272. ↑ Rezension von Gregor Hufenreuter in H-Soz-u-Kult, 22. Juli 2004.